Menorca
Menorca ist die östliche und nördlichste Iel der spanischen autonomen Region Balearen. Auf Menorca leben 88.434 Einwohner (Stand: 2006) auf 702 Quadratkilometern. Der Ausländeranteil beträgt 14,2 % (12.543), der Anteil deutscher Einwohner 0,8 % (683). Der Hauptort heißt menorquinisch (Ielsprache) Maó (spanisch: Mahón).
Geografische Daten
Menorca hat eine Fläche von ca. 700 km2. Von Kap La Mola bis zur Landzunge Bajoli ist die Iel etwa 50 km lang und in Nord-Süd-Richtung 16 km breit.
Die Iel prägen zwei Regionen: Tramontana, die Berge im Norden, und Migjorn, das Hügelland im Süden. Als Folge von geologischen Faltungen ist die Tramontana schroff; an seiner zerklüfteten Küste befinden sich Naturhäfen.
Im Gegeatz dazu hat der Süden ein sanftes Relief mit einigen tiefen Schluchten. Die Küste ist geradliniger mit Felsen und langen Sandstränden. In der Mitte der Iel ragt der 358 m hohe Monte Toro empor, von dem aus man einen herrlichen Rundblick hat.
Die 117,3 km lange Küstenlinie bietet zahlreiche Abwechslungen: Steilküsten, abgeschiedene Buchten und lange Strände sowie einige Naturhäfen.
Vorgeschichte
Die Spuren mechlicher Besiedlung kann man bis in die Altsteinzeit, d. h. bis 6000 Jahre v. Chr., zurück verfolgen. Wahcheinlich gelangten die eten neolithischen Siedler mit Booten von der französischen Mittelmeerküste auf die Balearen. Der älteste Hinweis auf die Existenz von Ackerbauern datiert aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. Der älteste Kultbau ist die Naturhöhle, ihr folgt das Hypostylon. Ein etwa 1,5 m in den Boden eingetiefter Raum mit Seitenmauerwerk und Pilastern, in der Mitte kleine Säulen, deren Kapitelle die Deckenplatten tragen. Die jüngste eigetändige Kultbaueinheit der Iel ist die Taula, die eventuell ein überdimeionales Hypostylon datellt.
1995 und 1997 wurden auf Menorca in den Höhlen von Es Càrritx und Es Mussol im Westen der Iel außergewöhnliche archäologische Entdeckungen gemacht. In Es Càrritx trafen die Speleologen auf eine intakte Kollektivbestattung aus der Spätbronzezeit. Die etwa 35.000 Mechenreste, 4.000 Keramikfragmente, 170 Metallobjekte, mehrere hundert Knochenknöpfe und Fayenceperlen befanden sich noch so, wie sie nach der letzten Bestattung um 820 vor Christus liegen geblieben waren. Etwa 90 Meter vom Eingang entfernt entdeckte man ein Veteck, in dem Holz-, Metall- und Keramikgegetände lagen, unter denen eine Reihe von bisher unbekannten Holz- und Hornzylindern mit mechlichem, rot gefärbtem Haar Aufsehen erregte.
Nicht weniger beeindruckend sind die Funde aus Es Mussol: unter anderem entdeckte man in einer kleinen Kammer im Höhleninneren vechiedene Holzschnitzereien, ibesondere zwei Köpfe mit deutlich mechlichen Zügen. Die Erfochung dieser außerordentlich reichen ideologischen und rituellen Hinterlassechaften stellt eine besondere Herausforderung für die bisher entwickelte archäologische Theorietruktur dar. In der Monographie "Ideologie und Gesellschaft auf dem prähistorischem Menorca" werden die vollständigen Resultate der Unteuchung beider Höhlen vorgelegt.
Die Fülle megalithischer Monumente fasziniert den Besucher - die Taulas, riesige Steintische, die Talayots der Talayot-Kultur, die Hypostyloi und die Navetas genannten Bauten aber auch die prähistorischen Höhlen machen die Iel zu einem Freilichtmuseum.
Geschichte
Menorca wurde von vielen Völkern beeinflusst: Phönizier, Griechen, Karthager, Römer, Mauren, Spanier, Briten und Franzosen. Der zum eten Mal genannte Name der Iel war Nura - Feuer auf phönizisch. Zur Zeit der Römer hieß die Iel Minor - die kleinere, woraus dann Menorca wurde.
425 n. Chr. nahmen die Vandalen unter Gunderich die Balearen und mit ihnen Menorca in Besitz; um 560 kamen sie unter das oströmische Kaisertum, von diesem an die Republik Pisa und 798 in die Hände der Mauren und gehörten - nach einem fränkischen Intermezzo - dann zum Kalifat von Córdoba.
Menorca wurde unter Alfo III. von den Mauren zurückerobert und gehörte nun ebeo wie Katalonien zur Krone Aragonien. Zeitweise bildeten sie zusammen mit Teilen Katalonie einen von einer Nebenlinie des aragonesischen Königshauses regierten selbständigen Staat, das Königreich Mallorca. 1344 eroberte Peter IV. von Aragón die Balearen. Nun wurden die Ieln mit den Stammländern der Dynastie vereinigt. Durch die Vereinigung der Kronen von Aragonien und Kastilien wurden sie schließlich Teil der spanischen Monarchie.
1708 wurde Maó von den Briten erobert. Der Frieden von Utrecht (1713), mit dem der spanische Erbfolgekrieg beendet wurde, sprach Menorca dem britischen Empire zu. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Iel 1756 von Frankreich besetzt, im Pariser Frieden 1763 aber wiederum Großbritannien zugesprochen. Nach dem Eintritt Spanie und Frankreichs in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg eroberten spanisch-französische Truppen 1782 die Iel. Im Frieden von Veailles (1783) musste Großbritannien die Iel formell an Spanien zurückgeben, bis 1802 blieb Menorca jedoch britisch besetzt.
1833 wurde die spanische Provinz der Balearischen Ieln gegründet. Im ausgehenden 19. Jahrhundert gab es bereits Aätze einer regionalen Unabhängigkeitsbewegung. Bereits 1931 wurde für die Balearen ein Autonomie-Status vorgeschlagen, den sie allerdings et nach dem Ende der Franco-Diktatur erhielt. Am 1. März 1983 trat das Autonomiestatut für die Balearen in Kraft.
Die beiden größten Städte der Iel sind:
Gemeinden
Menorca ist in acht Gemeinden aufgeteilt:
Landschaft
Außerhalb der beiden Städte Ciutadella und Maó wird das Bild der Iel vor allem von geruhsamer Beschaulichkeit geprägt: viele von Steinmauern gesäumte Felder, weiß getünchte Bauernhöfe mit alter Käsetradition (siehe Mahón-Menorca Käse), idyllische Dörfer und malerische Fischerorte.
Igesamt ist die Iel sehr grün und waldreich und es wird viel Landwirtschaft betrieben. Der uprüngliche Norden ist felsig und geprägt von schroffen, zerklüfteten, teilweise fjordartigen Küsten, der Süden wirkt sanfter, die Küste ist weniger zerklüftet, hat bessere Strände und deshalb mehr Tourismus.
Wegen der späten Echließung durch den Tourismus konnte Menorca sich vor der Zetörung durch Siedlungen weitgehend bewahren. Im Jahre 1993 wurde die Iel zu einem Biosphärenreservat erklärt. Heute steht fast die Hälfte der Iel unter Landschafts- und Natuchutz. Viele unbebaute Strände und uprüngliche Landschaften sind somit erhalten geblieben. Die Bauweise der Touristenunterkünfte ist im Vergleich zu den Touristenzentren der Nachbarieln (Mallorca, Ibiza) großzügig und weniger klotzig. So kommen nach Menorca viele Natur- und Kulturbegeisterte, die Iel ist aber auch ein erklärtes Badeziel, besonde bei Familien mit kleinen Kindern.
Strände
Ähnlich wie Mallorca besitzt Menorca eine Vielzahl von Stränden und Badebuchten. Hiichtlich der Beschaffenheit der Strände untecheiden sich die der Nordküste (mehr dunkel und grobkörnig) und der Südküste (hell und feiandig) recht deutlich. Da auf Menorca recht oft ein starker Nordwind weht, sollte man als Badeurlauber eher die Südküste besuchen, während die Surfer an der Nordküste, ibesondere bei Fornells, besser aufgehoben sind.
Maó Die wichtigste Stadt der Iel, auf einer steil aufragenden Felsplatte gelegen. Menorcas Flughafen liegt knapp zehn Kilometer südwestlich von Maó. Zur Hauptstadt wurde Maó et im 18. Jhd. von den Briten gemacht (vorher war es Ciutadella). In der lebhaften Ielmetropole findet man vielfältige Unterhaltungs- und Einkaufsmöglichkeiten sowie vechiedene Sehewürdigkeiten: die alte Stadtmauer mit gotischen Festungstürmen, mehrere Kirchen, die schöne Altstadt sowie viele kleine Museen. Sehr lohnend ist ein Abstecher zum Hafen mit Restaurants, Kneipen und Diskotheken. Auch Wasseport ist hier möglich. Als Wohnort ist Maó jedoch eher weniger geeignet, da es selbst keine Strände hat.
Südosten Die Maó am nächsten gelegenen Urlaubsorte sind im Südosten der Iel. Zunächst erreicht man S'Alger, eine der ältesten Urbanisationen der Iel, mit guter Infrastruktur, jedoch nur kleinem felsigen Strandabschnitt, aber mit Wasseportmöglichkeiten (auch Tauchen!). Ein weiterer Ort ist Punta Prima mit feinem, flach abfallenden Sandstrand. Man findet hier vor allem Ferienhäuser, aber auch einige Hotels sowie eine Promenade mit Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.
Süden Hier liegen die schöten Strände und größten Hotels der Iel. Einen drei Kilometer langen, feiandigen, flach abfallenden Sandstrand mit Dünenlandschaft hat Son Bou, Im Westen folgt der ruhigere Urlaubsort Santo Tomas, ebenfalls mit schönem, von Dünen begrenztem Strand. Im gesamten Süden gibt es gute Sport-, Wasseport-, Einkaufs-, und Unterhaltungsmöglichkeiten.
Südwesten .. mit eiamen, schönen Buchten und Strände ohne größere Urbanisation. Am südwestlichen Ende der Küste erreicht man eines der großen Touristenzentren Menorcas, das aus den fast ineinander übergehenden Orten Son Xoriguer und Cala n'Bosch besteht. Auch hier liegt der Strand mit guten Wasseportmöglichkeiten in kleinen, feiandigen Buchten und fällt flach i Meer ab.
Westen Dort befindet sich die ehemalige Hauptstadt und zweitgrößte Stadt der Iel, Ciutadella. Sie bietet, wie auch Maó, Sehewürdigkeiten, Einkaufs- und Unterhaltungsmöglichkeiten. Die Stadt ist aber eher maurisch als britisch geprägt.
Norden Der recht raue Norden ist touristisch wenig echlossen.