Madeira
Madeira [m'dei] (vom portugiesischen Wort madeira Holz) ist eine portugiesische Iel etwa 1.000 km südwestlich von Lissabon und 700 km westlich der marokkanischen Küste im Atlantischen Ozean. Sie gehört mit der kleineren Iel Porto Santo und zwei unbewohnten kleineren Ielgruppen, den Ilhas Desertas und den Ilhas Selvage, zur Ielgruppe Madeira, die die autonome Provinz Madeira bildet. Als Teil Portugals gehört Madeira zum Gebiet der Europäischen Union. 94,5 % der Bevölkerung Madeiras gehören der römisch-katholischen Kirche an. Madeira hat ca. 265.000 Einwohner auf einer Fläche von 794 km². Davon entfallen 741 km² auf die Hauptiel Madeira und 45 km² auf die kleinere Iel Porto Santo.
Die Zeitzone ist dieselbe wie im Mutterland Portugal und entspricht damit der koordinierten Weltzeit (UTC+0, gegenüber Mitteleuropa -1 Stunde). Für die Zeit von Ende März bis Ende Oktober ist wie im übrigen Europa die Sommerzeit eingeführt, so dass die Zeitdifferenz das ganze Jahr über unverändert bleibt.
Geographie
Die Küste Madeiras fällt steil i Meer. Deshalb gibt es wenige Strände, die zum Baden geeignet sind. Sandstrände findet man auf Madeira überhaupt nicht, bis auf den kütlich angelegten in Calheta. Der Sand hierfür wurde per Schiff aus Afrika herangeschafft.
Inmitten der Iel ragen die höchsten Gipfel empor. Der höchste Berg ist der Pico Ruivo mit 1862 m. Dieser bildet zusammen mit dem Pico Arieiro, dem Pico das Torres und dem Pico Grande das Hochgebirge der Iel. Hier ist das Lavagestein sehr zerklüftet und zeigt interessante Felsformationen.
Im westlichen Teil der Iel liegt das Hochmoor Paúl da Serra. Hier ist es häufig nebelig und sehr windig. Hier gibt es viele Wasserfälle.
Madeira ist, wie auch ihre Nachbarn, die Azoren und die Kanarischen Ieln, vulkanischen Uprungs und zählt mit den Kanaren, den Kapverden und den Azoren zur Gruppe der makaronesischen (glückseligen) Ieln. Der Madeira-Archipel ist durch einen Hot Spot entstanden. Die Iel ist nur das obete Viertel des gesamten Vulkaystems. Die Klippen fallen unter der Wasseroberfläche bis zu 4.000 m bis zum Meeresgrund ab.
Madeira entstand in mehreren vulkanisch aktiven Phasen, wobei die genauen Lage der jeweiligen Krater nicht mehr auszumachen sind. In jeder vulkanischen Phase gab es an mehreren Stellen der Iel Ausbruchszentren. Überbleibsel dieser Phase sieht man an einigen Stellen im Ielinnern, an denen pyroklastisches Gestein von mit basaltischem Material gefüllten Eruptivgängen durchzogen ist. An einigen Stellen im Hochgebirge sieht man außerdem auffällige Kuppeln oder Felsklippen. Hierbei handelt es sich um ehemalige Schlotgänge, die ande als das umgebende Gestein noch nicht von der Erosion abgetragen wurden.
Die ete Phase der vulkanischen Aktivität begann vor etwa 18 Millionen Jahren und endete im Pliozän vor etwa 3 Millionen Jahren. Sie war durch sehr starke eruptive Ausbrüche gekennzeichnet. In der zweiten Phase der vulkanischen Aktivität, die vor etwa 740.000 Jahren endete, vergrößerten Lavaauswürfe und pyroklastische Sedimente den Ielumfang vor allem am südlichen, westlichen und südöstlichen Rand. Zwei weitere vulkanische Phasen bildeten die Steilhänge im Norden und Süden sowie die Basaltdecken der Hochebene aus. Die letzte vulkanisch aktive Phase begann vor etwa 500.000 Jahren. Da man in einigen Gesteinen Holzkohlestücke gefunden hat, die man mit der Radiokarbon-Methode datieren konnte, schätzt man, dass diese letzte Phase et vor 6.450 Jahren endete.[1] Die heute als Touristenattraktion vermarkteten Lavahöhlen Grutas de São Vicente entstanden in dieser letzten Phase vulkanischer Aktivität. Sie blieben als röhrenförmiger Hohlraum zurück, als die bei dem Ausbruch abfließende Lava an der Oberfläche abkühlte und sich verfestigte. Unterhalb der Oberfläche dagegen floss die Lava mit hoher Temperatur und großer Fließgeschwindigkeit durch diese Röhre, bis der Vulkan kein weiteres Material mehr ausspie.
Kalksedimente, die sich aus miozänen Korallenriffen gebildet haben, finden sich ebenfalls an einigen Stellen der Iel. Sie enthalten teilweise fossile Schneckechalen, anhand derer man nachweisen konnte, dass das Klima im Miozän auf Madeira deutlich wärmer als das heutige Klima war.[2]
Da damit Madeira eine verhältnismäßig junge Iel ist, haben die Flüsse der Iel meist ein sehr starkes Gefälle, weisen zahlreiche Wasserfälle auf und die Flussläufe führen ohne mäandernde Schleifen direkt zum Meer. Der Pico Ruivo ist mit 1.862 m der höchste Gipfel der Iel und zugleich einer der höchsten Berge Portugals. Die Küste von Madeira ist steil und felsig. Westlich von Câmara de Lobos erhebt sich das Cabo Girão, die zweithöchste Steilklippe Europas (Höhe: 580 m).
Tiefgründige, fruchtbare Böden findet man auf Madeira am Fuß von Hängen. Sie werden von den Einwohnern Madeiras als Fajãs bezeichnet und ebeo wie die ebenfalls fruchtbaren Achadas, die kleinen Hochplateaus, als Ackerbauflächen genutzt. Im Hochgebirge sind die Böden dagegen sehr dünn und bestehen gelegentlich nur aus Steinen und Kies.
Madeira verfügt über mehrere Mikroklimata. Im Norden der Iel regnet es häufig, der Süden ist dagegen subtropisch warm. Im Sommerhalbjahr liegt die Iel im Einflussbereich des Nordostpassats, im Winterhalbjahr liegt sie im Westwindgürtel. Der vorherchende Wind kommt aus Nordost. Er entsteht vor der Küste Portugals und zieht in Richtung auf die Kapverdischen Ieln. Dieser Wind bringt Feuchtigkeit mit sich und veruacht hohe Wellen an der Nordküste und oft, besonde morge, unbeständiges Wetter an der Ostseite der Iel. Bei westlicher Windrichtung kann es im Osten der Iel sonnig und trocken sein, während es im Süden und im Westen regnet.
Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur schwankt zwischen 19 Grad im Dezember und Januar und 25 Grad im Juli und August.
In ausgeklügelten, offenen Bewässerungsanlagen, den Levadas, wird Wasser aus dem regenreicheren Norden in den Süden, zu den Plantagen und Gärten, geführt.
Da Madeira niemals eine Verbindung zum Festland aufwies und 630 Kilometer westlich der afrikanischen Küste liegt, erfolgte die Besiedelung der Iel durch Pflanzen und Tiere vorwiegend über drei Mechanismen[3]:
Seevögel sowie Zugvögel erreichen Madeira auch durch aktives Fliegen. Die Mönchsrobbe hat als einziges Säugetier die Iel schwimmend erreicht.
Arten, denen es gelang, sich auf Madeira anzusiedeln, haben sich im Laufe der Zeit teilweise zu Unterarten und gelegentlich zu eigetändigen Arten, sogenannten Endemiten, entwickelt. Als uprünglich heimische Pflanzen gelten etwa 793 [5] höhere Pflanzen, dies umfasst die Farnpflanzen, Nacktsamer, Zweikeimblättrige und Einkeimblättrige. Etwa 118 davon gelten als Endemiten Madeiras, 69 weitere Arten sind endemisch für die Region Makaronesien, also neben Madeira auch die Azoren, Selvage, die Kanaren und Kapverdischen Ieln. Deutlich größer ist die Anzahl niederer Pflanzen, also Algen, Pilze, Flechten, Moose. Diese Anzahl wird auf etwa 1890 geschätzt. Wie viele davon nur auf dem Madeira-Archipel vorkommen, ist unbekannt. Die Zahl der auf Madeira lebenden Tierarten wird auf mehr als 3.340 geschätzt, davon gelten 900 als endemische Arten Madeiras beziehungsweise Makaronesie [6]. Die größte Anzahl der endemischen Arten stellen Käfer und Schnecken. Lediglich 20 höhere Wirbeltiere überwiegend Vögel sind eine endemische Art oder Unterart.
Seit der Mech Madeira besiedelt, hat sich die Artzusammeetzung auf Madeira deutlich gewandelt. Neben den etwa 793 uprünglich hier vorkommenden höheren Pflanzen sind mehr als 540 weitere Pflanzenarten bewusst oder unbewusst durch den Mechen angesiedelt worden. Die Anzahl eingeführter Tierarten ist niedriger, hat sich aber deutlich auf die Artzusammeetzung der Iel ausgewirkt. Die Veränderungen sind so dramatisch, dass sie in einem eigenen Kapitel hier beschrieben sind.
Das zum holarktischen Florenreich gehörende Madeira wird heute als Blumeniel beworben. Weder die Strelitzien noch die Horteien, die Afrikanischen Liebesblumen, Kaplilien oder andere Arten mit großen, attraktiven Blüten, die man häufig in Reiseführern oder Prospekten von Reiseunternehmen abgebildet findet, sind jedoch auf Madeira uprünglich heimisch gewesen. Für Botaniker interessanter als diese eingeführten Pflanzen sind die hier uprünglich vorkommenden Pflanzenarten, die als Tertiärrelikte bezeichnet werden sowie die hier entstandenen endemischen Arten.
Madeira weist in der Küstenzone nur noch Restbestände der uprünglichen Vegetation auf, da sich hier mechliche Eingriffe seit der Besiedelung durch den Mechen besonde stark ausgewirkt haben. Bäume sind in diesem Bereich, in dem die Temperaturen ganzjährig mild und wenig Niedechläge fallen, selten. Früher war hier häufiger der Drachenbaum (Dracaena draco) zu finden, eine Baumart, die eine für einkeimblättrige Pflanzen ungewöhnliches Dickenwachstum aufweist. Häufiger als an natürlichen Standorten kann man diesen ungewöhnlichen Baum in Gartenanlagen und Parks sehen.
Typischer für die Küstenregion sind niedrige Sträucher, Kräuter und sukkulente Pflanzen. Auch hier finden sich eine Reihe von Pflanzen, die in ihrer natürlichen Verbreitung auf Madeira beziehungsweise auf Makaronesien beschränkt sind. Auffallend ist die Fischfang-Wolfsmilch (Euphorbia piscatoria), die bis zu zwei Meter hoch werden kann und an einigen Stellen der küstennahen Klippen dichte Gestrüppe ausbildet. Wie viele Wolfsmilchgewächse sondert auch sie einen giftigen Milchsaft ab. Dieser wurde früher von den Madeireern verwendet, um im seichten Küstengewässer Fische zu fangen [7]. In den Felsenregionen finden sich zwei Dickblattgewächse, die nur auf Madeira vorkommen. Das Drüsen-Aeonium (Aeonium glandulosum) hat sich auf Standorte an senkrechten Felswänden spezialisiert, wo es eine bis zu 20 Zentimeter breite, aber sehr flache Blattrosette ausbildet. Das Kleb-Aeonium (A. glutinosum) dagegen wächst zu einem kleinen und stark verzweigten Strauch heran. Beide Arten sind sehr häufig zu finden. Besonde zahlreich sind in dieser Region außerdem endemische Korbblütler. Zu ihnen zählen unter anderem eine Reihe von Arten der Strohblumen (Helichrysum), der Wucherblumen (Argyranthemum), der Gäedisteln (Sonchus) und des Pippaus (Crepis).
Die Übergangszone zum Lorbeerwald, die etwa ab 300 Höhenmeter zu finden ist, weist im Gegeatz zur unmittelbaren mehr Baumbestand auf. Hier finden sich unter anderem Wachsmyrte, die eten Vertreter des Barbusanos (Apollonia barbujana) und der Kanarischen Weide (Salix canareis).
Der Lorbeerwald Madeiras bedeckt etwa 20% der Ielfläche und hat eine Ausbreitung von etwa 150 Quadratkilometer.
Der Lorbeerwald weist Pflanzenarten auf, die im klimatisch wärmeren Tertiär auch in Europa heimisch waren. Während in Europa diese Pflanzen durch die Eiszeiten vechwanden, konnte sich diese Pflanzengesellschaft teilweise auf Madeira halten.
Bedingt durch den Nebelniedechlag sind die Wälder sehr feucht.
Zu den charakteristischen Baumarten zählen der Azoren- oder Kanaren-Lorbeer (Laurus azorica), der Barbusano (Apollonias barbujana), die Kanaren-Stechpalme (Ilex canarieis), die Baumheide (Erica arborea), der Madeira-Holunder (Sambucus lanceolata) sowie der Madeira-Lorbeer (Peea indica). Im Unterwuchs des Lorbeerwaldes findet man vor allem Farne.
Siehe: Laurisilva
Als Heidewald bezeichnet man die Übergangszone zwischen dem Lorbeerwald Madeiras und dem Hochgebirge. Da er an deutlich wind- und sonnenexponierteren Stellen als der Lorbeerwald wächst, werden die hier vorkommenden Pflanzen nur selten höher als vier Meter und bleiben an einigen Stellen buschartig niedrig. Alle Arten, die hier vorkommen, sind auch im Lorbeerwald zu finden. Allerdings dominieren hier die Baumheide und die Besenheide (Erica scoparia). Auch die Madeira-Heidelbeere eine endemische Strauchart, die bis zu sechs Meter hoch werden kann ist hier häufig zu finden.
Das Hochgebirge Madeiras ist durch karge und sehr dünne Böden gekennzeichnet. An vielen Stellen sind Erosiochäden zu sehen. Als größere Baum- und Straucharten sind neben Madeira-Heidelbeere und Baumheide an geschützten Stellen noch der Madeira-Vogelbeerbaum (Sorbus madereis), die Eibe (Taxus baccata) und der Zedern-Wacholder (Juniperus cedrus) zu finden. Zu den an die Hochgebirgsbedingungen angepassten Pflanzen gehört die Madeira-Glockenheide (Erica madereis). Zu den selteten Hochgebirgspflanzen Madeiras zählt der Madeira-Augentrost (Odontites holliana) und das gelbblühende Madeira-Veilchen (Viola paradoxa). Das Hochplateau Paúl da Serra war vor Besiedelung durch Mechen überwiegend mit Zedern-Wacholder bewachsen. Abholzungen haben dazu geführt, dass hier fast nur noch Gräser, Adlerfarn und der auf Madeira eingeführte Stechgiter zu sehen sind.
Geschichte
Vermutlich wurde Madeira bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. von Phöniziern entdeckt, so berichtet es zumindest Diodor (5.1920). Plinius der Ältere berichtet in seiner Naturalis historia gegenüber dem vopringenden Kap des Hohen Atlas von einer Iel Atlantis, die mit Madeira identifiziert werden kann. Plutarch hat wahcheinlich in seiner Biographie des Sertorius auch bereits die beiden Ieln Madeira und Porto Santo erwähnt. Plinius bezeichnet die ganze Ielgruppe als die Purpurieln. Bei Claudius Ptolomaeus wird die Hauptiel von Madeira Erythia und die nördlichere kleinere Iel Porto Santo mit Paena bezeichnet. Hinweise auf ständige Besuche oder eine Besiedlung in dieser Zeit gibt es allerdings nicht. Die sogenannten Medici-Karte von 1351 zeigt drei der afrikanischen Küste vorgelagerte Ieln, Porto Séo, Deserta und Isola de Lolegname.
1419 gilt als Jahr der Wiederentdeckung durch den portugiesischen Seefahrer João Gonçalves Zarco. Es ist jedoch bekannt, dass schon im 14. Jahrhundert Schiffe auf ihrer Rückfahrt von den Kanaren regelmäßig hier anlegten. Ab 1420 wurde Madeira auf Betreiben Heinrich des Seefahre von den Portugiesen besiedelt. Sklaven von der Guineaküste, von den kanarischen Ieln und später aus Nordamerika wurden auf die Iel gebracht. Das kostbare Lorbeerbaumholz wurde vor allem für den Schiffbau gebraucht.
Recht schnell wurden von den portugiesischen Siedlern auf den Ieln der Getreideanbau und die Viehzucht eingeführt. Das dafür notwendige Land wurde durch Brandrodung gewonnen. Allerdings soll das Feuer, das Zarco 1420 legen ließ, noch sieben Jahre später gewütet haben. Aber auch der Anbau des aus Sizilien eingeführten Zuckerroh spielte eine immer wichtigere Rolle. Bereits 1452 wurde die ete Wassermühle zur Zuckerrohrverarbeitung errichtet, nahezu zur selben Zeit wurden die eten Bewässerungskanäle Levadas angelegt. Schon Mitte des 15. Jahrhunderts belieferte Portugal den europäischen Zuckermarkt bis nach Bristol.
1478 besucht Kolumbus die Iel als Zuckerhändler.
1480 werden viele Europäer durch die üppige Fruchtbarkeit und durch den großen Wohlstand angelockt. Vor allem italienische und flämische Händler lassen sich auf der Iel nieder. Jeasnin Essmerandt avanciert sich zum bedeutendsten Vertreter der flämischen Gemeinde Madeiras und verbindet sich durch eine geschickte Heiratspolitik mit der lokalen Aristokratie.
1514 wurde Madeira durch Papst Leo X. zu einer eigenen Diözese erhoben, die künftig für alle übeeeischen portugiesischen Besitzungen zuständig sein soll.
1515 verzeichnet Madeira 19.000 Einwohner, darunter waren etwa 3.000 Sklaven. 1521 gab es einen drastischen Niedergang der Zuckerrohrproduktion, da der ausgelaugte Boden immer schlechtere Erträge brachte. Viele Pflanzungen wurden zu Weinbergen umgewandelt.
Im 16. Jahrhundert wurde Madeira ein Exporteur von Weinen. Die Reben stammten uprünglich aus Zypern, Kreta und Sizilien. Die aus den USA eingeschleppte Reblaus veruachte den Niedergang des Weinanbaus. Dadurch bedingt kam es zu einer großen Auswanderungswelle der madeireischen Bevölkerung.
1580 wird Portugal mit Spanien in einer Peonalunion verbunden. Die Verwaltung von Madeira wird zentralisiert.
1640 revoltieren die Portugiesen gegen Spanien und werden wieder ein unabhängiges Königreich. Auf Madeira behalten die Portugiesen die von den Spaniern eingeführte Zentralverwaltung der Iel bei.
Für die Segler in die Neue Welt, nach Amerika oder Indien war Madeira eine wichtige Station, Madeira war ebenfalls ein Umschlagplatz für aus Westafrika kommende Sklavenhändler.
1668 im Vertrag von Lissabon erhält Portugal endgültig seine Unabhängigkeit, muss aber zahlreiche Zugeständnisse an England machen. Englische Händler lassen sich auf Madeira nieder, um Wein zu exportieren. Portugiesen ist der Weinexport nicht erlaubt.
1801 bis 1814: In den Napoleonischen Kriegen wird Madeira von England besetzt, um die Iel vor den Franzosen zu schützen. Weitere englische Familien lassen sich auf der Iel nieder.
1852 Mehltau- und Reblausplagen vernichten den Grossteil der Weinpflanzungen. In Folge verlassen zahlreiche Mechen die Iel.
Ab 1860 findet die Stickerei immer grössere Verbreitung, die Handarbeiten werden nach England exportiert.
1893 Bau der Zahnradbahn von Funchal nach Monte.
1926 Militärdiktatur in Portugal.
1931 Nach Niedechlagung einer Hungerrevolte werden zahlreiche Madeireer auf die Azoren und die Kapverdischen Ieln verbannt.
Ab 1947 ete reguläre Flugverbindung zwischen England und Funchal mittels Wasserflugzeugen.
1960 Eröffnung des Flughafe auf Porto Santo, 1964 auf Madeira - Santa Catarina.
1974 Ende der Militärdiktatur in Portugal.
1976 erhält Madeira eine innere Autonomie mit weitgehenden Selbstverwaltungsrechten (eigene Regierung und Parlament). Ete freie Wahlen auf Madeira. Mehrheit für die christlich-koervative Sozialdemokratische Partei PSD des katholischen Zeitungsherausgebe Alberto João Jardim, der Präsident der Ielregierung seit 1978 ist (mit einer kurzen Unterbrechnung 2007).
1976: 180.000 Urlauber auf Madeira.
Seit 1986 ist Portugal und damit Madeira Mitglied der Europäischen Union. Gefördert wird vor allem der Bau neuer Straßen.
1995: 500.000 Urlauber auf Madeira.
2005: circa 1 Million Urlauber (davon 200.000 mit Kreuzfahrtschiffen)
Verwaltungsgliederung
Der Archipel bildet eine portugiesische Region, die Região Autónoma da Madeira, die wiederum in elf Kreise (municípios) aufgeteilt ist (siehe auch: Administrative Gliederung Portugals).
(Volkszählung 2001)
Wirtschaft
Bis in die 1970er Jahre war Madeira eine der ärmsten Regionen Europas. Madeiras BIP pro Kopf betrug 1974 nur 40% des durchschnittlichen portugiesischen BIPs. In den letzten 30 Jahren hat Madeira wirtschaftlich enorm aufgeholt. Das durchschnittliche Wirtschaftswachstum der letzten 10 Jahre lag bei 5%. Das BIP pro Kopf ist heute 29% höher als der portugiesische Durchschnitt und beträgt etwa 80% der EU-15 (2003) bzw. 90.4% der EU-25 (2005).[8] Die Haupteinnahmequelle ist der Tourismus. Derzeit plant die Regionalregierung die Zahl der Hotelbetten von 29.000 auf 39.000 zu steigern. Besonde die Gebiete an der Nordküste und dem Landesinneren sollen gefördert werden, während das Wachstum in Funchal begrenzt werden soll. Das Madeira International Business Center (IBC) ist die zweite Säule der madeirischen Wirtschaft. Mit Steuervergütigungen wurden hier mehrere tausend Unternehmen angesiedelt, die 3000 direkte Arbeitsplätze geschaffen haben. Das IBC macht 21% des madeirischen Bruttoinlandsproduktes aus. Unter anderem haben sich Telekommunikatio- und Internetfirmen niedergelassen, die Madeira wegen seiner im europäischen Vergleich niedrigen Mehrwertsteueätze schätzen. Im Jahr 2002 hat sich hier zum Beispiel der französische Internetprovider Wanadoo niedergelassen. Madeira wird zunehmend auch von internationalen Unternehmen für Konferenzen genutzt. Außerdem ist Madeira der Sitz zahlreicher Reedereien und seit 1988 Sitz der Univeität Madeira.
Die Madeirische Wirtschaft befindet sich derzeit in einem Umwandlungsprozess. Der Tourismussektor veucht zunehmend, Aktivurlauber (45-65 Jahre alt) anzulocken, um seinen Ruf als Rentnerparadies zu verändern. Daher wird auch veucht, Billigfluggesellschaften anzuwerben. Die Erhöhung der portugiesischen Mehrwertsteueätze von 13% auf 15% haben einige potentielle Investoren (z. B. Yahoo!, AOL oder Apple) von Investitionen auf Madeira abgehalten. Während die madeirische Regionalregierung eine Ausnahmeregelung für Madeira auszuhandeln veucht, stärken die madeirischen Firmen ihr Profil im Servicebereich, um dem Wettbewerb standzuhalten. Madeira steht im direkten Wettbewerb mit Luxemburg und Zypern, welche ebenfalls Mehrwertsteueätze von 15% bieten.
Besucher aus Großbritannien dominieren unter den Gästen vor allem in Funchal. Für sie ist Madeira ein traditionelles Urlaubsziel. Man trifft auf Madeira jedoch auch Touristen aus ganz Europa igesamt aber in nicht zu hoher Anzahl und dann vornehmlich östlich der Hauptstadt (Funchal), in Caniço. Das Verhältnis der britischen zu den deutschen Besuchern hat sich vechoben. In den letzten 3 Jahren ist die Zahl der deutschen Touristen extrem stark gestiegen. An 3-4 Wochentagen wird aus Deutschland angeflogen.
Madeira ist als Wanderparadies bekannt, mit frühlingshaften bis sommerlichen, angenehmen Temperaturen das ganze Jahr hindurch. Entlang den Levadas (kleine Wasserkanäle, besonde im Nordteil der Iel) sind Wanderwege (zur Wartung und Pflege) entlang der Bewässerungskanäle vor gut 300 Jahren (von maurischen Sklaven) angelegt worden, die bis heute gut gepflegt werden und grandiose Ein- und Ausblicke in die Schönheit der Iel geben. Kerngebiet ist die Gegend zwischen Porto da Cruz und Santana im Norden (Weltnaturerbe der UNESCO). Bemerkewert ist auch die Bergwanderroute zwischen dem dritthöchsten Gipfel Pico do Arieiro und dem höchsten Berg Pico Ruivo. Diese Wanderung sollte man am frühen Morgen beginnen gegen Mittag liegen die Berge oft in Wolken.
Auf Madeira gibt es kaum Badestrände. In den letzten Jahren wurden jedoch geschützte Badebuchten errichtet. Diese sind entweder befestigte natürliche Felsbadebuchten (z. B. Lido Galomar in Caniço), natürliche Felsbadebecken wie in Porto Moniz, oder kleine kütliche Sandstrände (Calheta). In Caniço gibt es seit 25 Jahren einen Unterwasser-Nationalpark, in diesem kann man in der Tauchbasis Manta Diving tauchen.
Die Nebeniel Porto Santo (zwei bis drei Stunden mit der Fähre oder 20 Minuten Flug) bietet dagegen einen neun Kilometer langen Sandstrand, ist aber landschaftlich bei weitem nicht so interessant (Erosion durch Abholzung durch die alten Seefahrer).
Igesamt besuchten im Jahr 2005 ca. 1 Million Touristen die Iel, wobei ungefähr 200.000 mit Kreuzfahrtschiffen kamen und daher nur kurz verweilten.
Levadas sind kütliche Wassergräben, mit denen Wasser aus den niedechlagsreicheren Gebieten im Norden und im Zentrum der Iel zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten im Süden geleitet wird. Ein Großteil der Levadas verläuft nur mit sehr geringem Gefälle, da grosse Strecken überwunden werden. Heute werden die Levadas außer zum Traport des Wasse vor allem touristisch genutzt. Auf den neben dem Wasser verlaufenden Pfaden sind an vielen Orten Wanderwege ausgeschildert.
Da Madeira über keine fossilen Brentoffe verfügt, ist es vom Traport vom Festland abhängig. Dabei werden nur Fertigdestillate, wie Öl und Gas auf die Iel traportiert. Der Strom wird zu 70 % aus Öl, 27 % aus der vorhandenen Wasserkraft und zu 3 % aus Windkraftwerken erzeugt.
Ende der 1990er wurde das Straßennetz von Madeira stark modernisiert sowie ein Schnellstraßennetz eingerichtet, das die engen und zum Teil steilen Straßen der Ortschaften entlastet. Für dieses Straßennetz wurden ca. 140 Tunnelanlagen und zum Teil aufwendige Brücken gebaut.
Auf Madeira gibt es mehrere Busgesellschaften im Linienverkehr. Horarios do Funchal betreibt das Stadtbusnetz von Funchal mit vielen Linien und einem relativ dichten Angebot. Selbst viele Nebetraßen der Hauptstadt werden befahren. Das gesamte Überlandliniennetz ist auf Funchal ausgerichtet. Im Osten der Iel existiert ein dichtes Netz von Linien, die häufig auch die Autobahn bis Machico benutzen. Der Westen und der Norden der Iel sind aufgrund der dünnen Besiedlung nur schlecht angebunden. Die wenigen Busse am Tag benutzen die alten Gebirgsstraßen und benötigen daher ein Vielfaches der Fahrzeit, die man auf den Tunnelstraßen erreicht. Das ibesondere für Touristen interessante Hochland im Ielinneren ist nicht mit Linienbussen zu erreichen.
Der 1963 eröffnete Flughafen Santa Catarina in Santa Cruz im Osten der Iel bildet den Hauptverkehknotenpunkt Madeiras. 2000 wurde die Landebahn für 520 Millionen Euro auf 2.781 Meter verlängert, wodurch der Flughafen auch von Großraumflugzeugen angeflogen werden kann. 2,3 Millionen Passagiere nutzten 2005 den Flughafen, wobei die maximale Kapazität bei 3,5 Millionen Fluggästen pro Jahr liegt. Da das abschüssige Gelände nördlich des Flughafen keine Verlängerung zuließ, wurde eine 1.000 Meter lange Brückenkotruktion gebaut, die die Landebahn durch 180 Betonpfeiler abstützt.
Bis zum Ausbau von 1984 bis 1986 durfte der Flughafen wegen der sehr kurzen Landebahn nur von fortgeschrittenen Piloten angeflogen werden. Trotz der Ausbauten fordert der Anflug aus südwestlicher Richtung immer noch höchste Konzentration bei den Piloten, da man kurz vor dem Aufsetzen bedrohlich nahe an die bebauten Hänge gerät.
Von Deutschland ist Madeira etwa vier Flugstunden, von Lissabon eineinhalb Flugstunden entfernt.
Regelmäßige Fährverbindungen von Europa oder dem Afrikanischen Festland nach Madeira bestehen nicht. Nur zwischen Madeira und der Nachbariel Porto Santo fährt täglich eine Fähre. Seit dem 9. Juli 2006 verbindet eine weitere Fähre Madeira mit der kanarischen Iel Gran Canaria. Die Überfahrt nach Porto Santo dauert etwa 2 bis 3 Stunden, nach Gran Canaria etwa 14 Stunden.
Madeira ist allerdings ein beliebtes Ziel von Kreuzfahrtschiffen, die vornehmlich den Hafen von Funchal in den Frühlingsmonaten ateuern.
Madeira ist oft Zwischetation für Segler bei der Atlantiküberquerung. Neben dem Yachthafen in Funchal wurden in vielen Orten neue Anlagen gebaut.
Kunst
Azulejos sind Mosaiken aus zumeist quadratischen, bunt bemalten und glasifizierten Keramikfliesen. Diese wetterfesten Fliesen sind an öffentlichen Gebäuden, Hausfassaden und Kirchen, auch auf Innenwänden zu sehen. Häufig sind alte Blumen-, Vögel- und Schiffsmotive verarbeitet.
Die Azulejos wurden etmals um 1500 aus maurischen Werkstätten in Südspanien nach Portugal eingeführt. Im 16. Jahrhundert entstanden die eten portugisischen Keramikmanufakturen. Ab dem 17. Jahrhundert kam über die Niederlande die Mode, Keramikerzeugnisse nach chinesischen Vorbild in Blau und Weiss zu dekorieren. Die meisten Azulejos in den Kirchen Madeiras stammen aus dieser Zeit.
Moderne Azulejos sind in der Hauptpost von Funchal sowie im Schloßgarten von Monte zu sehen.
Korbflechtenarbeiten aus Weidenruten haben auf Madeira eine lange Tradition. Mit der Weidenrute kann man aufgrund ihrer Biegsamkeit sowohl feine und leichte Gegetände als auch Möbelstücke hetellen wie zum Beispiel Körbe oder Sessel.
Berühmte Besucher und Einwohner
Christoph Kolumbus lebte vor der Entdeckung Amerikas hier und war in Madeira mit der aus dem Hochadel stammenden Dona Felipa Perestrelo e Moniz verheiratet, der Tochter von Bartolomeu Perestrelo, Gouverneur der Iel Porto Santo. Ob sein Sohn Diego Kolumbus hier oder in Lissabon auf die Welt kam, ist umstritten.
Österreichs Kaiserin Elisabeth (Sisi) (18371898) verbrachte hier im Winter 1860/61 ein halbes Jahr, sie fand Madeira langweilig und reiste lieber an den mondänen Genfeee.
Im Jahr 1879 wanderte der Musiker Joao Fernandez auf dem Emigrantechiff Ravecrag wegen des Zusammenbruchs des Zuckerrohr-Marktes aus Madeira nach Honolulu auf Oahu (Hawaii) aus. Mit ihm kommt die Braguinha, eine kleine vieaitige Gitarre aus Madeira, auf die Iel. Aus ihr entwickelte sich innerhalb kurzer Zeit die hawaiische Ukulele.
Der letzte Kaiser Österreichs, Karl I., wurde 1921 mit seiner Frau Zita (18921989) nach Madeira i Exil verbannt. Er starb am 1. April 1922 in Monte oberhalb Funchal an einer Grippe und wurde in der dortigen Kirche Senhora do Monte auch beigesetzt.
Auch der britische Premierminister Witon Churchill besuchte Madeira. Er logierte im mondänen Reid's Palace Hotel in Funchal. Oberhalb von Câmara de Lobos befindet sich eine Gedenktafel, die daran erinnert, dass Churchill an diesem Platz einige Bilder malte.
Die Beatles hinterließen ihre private Yacht Vagrant im Hafen von Funchal, sie dient heute hauptsächlich den Touristen als Restaurant.
Der Fußballer Cristiano Ronaldo wurde 1985 in Funchal geboren und begann seine Karriere bei CD Nacional Madeira, bis er 1997 im Alter von 12 Jahren aufs Festland zog, um bei Sporting Lissabon zu spielen.
Kulinarisches
Eine der originalen Spezialitäten der madeireischen Küche ist der Schwarze Degenfisch, der hier Espada genannt wird. Er wird meist als gebratenes Filet serviert, typischerweise zusammen mit halbierten Bananen. Dieser Fisch lebt in etwa 1.500 Metern Tiefe. Außer vor der Küste von Madeira ist sein Vorkommen nur noch bei Japan bekannt.
Nicht zu verwechseln mit der Espada ist die Espetada, ein etwa ein Meter langer Fleischspieß. Traditionellerweise ist der Spieß aus Lorbeerholz gefertigt. Da der Lorbeerwald jedoch mittlerweile unter Natuchutz steht, wird von der traditionellen Zubereitung normalerweise Abstand genommen im Sinne der Natur und ein Metallspieß verwendet, wobei frische Lorbeerblätter beim Einreiben des Fleisches immer noch eine wesentliche, geschmacksgebende Rolle spielen.
Espada und Espetada werden in fast jedem Restaurant der Iel angeboten. Die Qualität und Preise sind jedoch sehr schwankend. Ein gutes Preis-Leistungsverhältnis findet man in den kleinen Restaurants in der Altstadt oder in den kleineren Orten der Iel, während die Lokale in den Touristengegenden eher teuerer sind.
In den Monaten Oktober bis Dezember werden auch Maronen (Esskastanien) angeboten - auf Holzkohle geröstet und mit Meerwasser übergossen sind sie eine Köstlichkeit.
Der Madeirawein, oft auch nur kurz Madeira genannt, ist eine bekannte Spezialität, die auch in der guten Küche genutzt wird. Mindeste ebeo bekannt wie das Ausgangsprodukt ist die auf seiner Grundlage zubereitete Madeirasauce. Hochqualitative Weine sind allerdings zu schade zum Kochen, sie werden als Aperitif oder nach dem Essen genossen.
Nach der verwendeten Rebsorte werden folgende vier Arten untechieden: vom trockenen Sercial über Verdelho und Boal (Bual) zum süßen Malvasia (Malmsey). Die Lese des Wei beginnt Mitte August und dauert rund sechs Wochen. Abgefüllt werden pro Jahr etwa 5,3 Millionen Flaschen. Die alkoholische Gärung wird zunächst mit hochprozentigem Alkohol (Weinbrand) gestoppt, dadurch bleibt eine gewisse Restsüße im Wein erhalten. Achließend wird der Wein durch Erhitzung in sogenannten Estufas weiterbehandelt und für mehrere Jahre im Fass gelagert. Im Untechied zum Sherry, der oft im Solera-Verfahren weiter veredelt wird, bleibt der Wein eines Jahrgangs unangetastet. Als voroxydierter Wein gewinnt er nicht durch die achließende Flaschenlagerung, kann aber gut und gerne 100 Jahre lagern, wenn der Kork alle 15 Jahre erneuert wird. Auch eine geöffnete Flasche Madeira ist sehr haltbar und kann noch nach einem Jahr ohne Qualitätsverlust getrunken werden. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 18 und 21 Vol. %.
Das Nationalgetränk Madeiras ist die Poncha, ein Mix aus Zuckerrohchnaps (Aguardente-Cana), Honig, Orangeaft und Zitroneaft (Zubereitung: Ein Drittel Zuckerrohchnaps, ein Drittel Honig, ein Sechstel Orangeaft und ein Sechstel Zitroneaft).