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Reiseziel Informationen zu: Lanzarote


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Lanzarote

Lanzarote ist die nordöstlichste der sieben großen Kanarischen Ieln, die im Atlantischen Ozean eine von Spanie siebzehn autonomen Regionen bilden. Lanzarote liegt rund 140 Kilometer westlich der marokkanischen Küste und rund eintausend Kilometer vom spanischen Festland entfernt. Bei einer Fläche von 845,94 Quadratkilometern hat sie einen Flächenanteil von 11,29 Prozent an der Gesamtfläche aller Kanaren. Als ete vollständige Iel wurde Lanzarote 1993 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt.

Verwaltung

Lanzarote gehört zur spanischen Provinz Las Palmas und seit 1996 zur Europäischen Union. Die Hauptstadt ist Arrecife, die Landessprache Spanisch. Lanzarote besitzt einen eigenen Ielrat, den cabildo iular, dessen Präsidentin Maria Jose Docal ist (Stand: 2007). Lanzarote ist in die sieben Gemeinden Arrecife, Haría, San Bartolomé, Teguise, Tías, Tinajo und Yaiza gegliedert.

Geographie

Lanzarote misst von Nord (Punta Fariones) nach Süd (Punta Pechiguera) rund 58 Kilometer und in der größten Ost-West-Ausdehnung 34 Kilometer. Südlich von Lanzarote liegt in elf Kilometern Entfernung die Iel Fuerteventura, und im Norden nur einen Kilometer entfernt der Chinijo-Archipel mit den kleinen Ieln La Graciosa, Montaña Clara, Alegranza, Roque del Oeste und Roque del Este. Von den igesamt 213 Kilometern Küste sind 10 Kilometer Sand- und 16,5 Kilometer Kiesstrand, der Rest besteht aus Felsküste. Die Iel besitzt zwei Gebirgszüge. Im Norden der Iel steigt das Famara-Massiv mit dem Gipfel Peñas del Chache auf 671 m ü. NN an, und im Süden der Los Ajaches auf 608 m ü. NN. Südlich des Famara-Massivs schließt sich die Sandwüste von El Jable an, die das Famara-Massiv von den so genannten Feuerbergen (Montañas del Fuego) des Timanfaya-Nationalparks trennt. Im Timanfaya-Gebiet ereigneten sich zuletzt von 1730 bis 1736 und 1824 starke Vulkanausbrüche, die große Teile des fruchtbaten Ackerlandes und mehrere Dörfer und Gehöfte mit zusammen etwa 420 Häusern unter sich begruben. Der Rest der Iel ist durch eine Hügellandschaft mit markant aufragenden Vulkankegeln geprägt.

Geologie

Lanzarote ist eine Iel vulkanischen Uprungs. Vor rund 36 Millionen Jahren begannen wiederholte unteeeische Vulkanausbrüche den Sockel der Iel zu bilden. Diese Eruptionen entstanden durch Kontinentaldrift und Hotspot-Vulkanismus. Ausführlicheres dazu im Artikel Kanarische Ieln. Vor 15,5 Millionen Jahren wuchs Lanzarote über die Meeresoberfläche hinaus.

Die Oberfläche Lanzarotes ist durch vier vulkanische Hauptphasen entstanden, die meist durch die Kalium-Argon-Datierung nachgewiesen sind:

Geschichte

Durch die Nähe zu Afrika und dem europäischen Kontinent war Lanzarote wohl die ete Kanarische Iel, die besiedelt wurde. Es wird vermutet, dass die Phönizier bereits um 1100 v. Chr. die Iel besucht haben. Auch die griechischen Schriftsteller und Philosophen Herodot, Platon und Plutarch berichten vom Garten der Hesperiden, vom Land der Fruchtbarkeit, wo Obst und Blumen in der Brise des Atlantikwindes duften, und Homer schreibt im vierten Gesang der Odyssee von einem paradiesischen Ort. Es ist aber unklar, um welche Ieln es sich konkret handelt.

Die eten historischen Aufzeichnungen zu den Kanaren stammen von Pomponius Mela sowie von Plinius dem Älteren mit seiner enzyklopädischen Naturkunde Naturalis Historia und Claudius Ptolemaeus, welche auch die Identifizierung einzelner Kanarenieln erlauben. Eine ete Expedition zu den Kanarischen Ieln erfolgte dabei nach Plinius durch König Juba II. von Mauretanien. Die für die einzelnen Ieln vergebenen Namen der Iulae Fortunatae (Ieln der Glückseligen) lauten: Canaria=Invallis (Gran Canaria), Ninguaria=Planasia (Teneriffa), Inaccessa (La Palma), Iunonia (Lanzarote und Fuerteventura), Pluvialia=Ombrios (Gomera) und Capraria (El Hierro). Man glaubt, dass Fuerteventura und Lanzarote miteinander verbunden waren, denn beide, und auch Lobos, werden nicht einzeln erwähnt, jedoch ein Archipel.

Archäologische Funde, die auf das 1. Jahrhundert v. Chr. datiert werden konnten, belegen die Anwesenheit der Römer auf Lanzarote.

In den nachfolgenden Jahrhunderten geraten die Kanaren nach dem Zusammenbruch des römischen Reichs wieder in Vergessenheit, und werden im Jahr 999 n. Chr. durch Ben Farroukh wiederentdeckt. Die Araber gaben den Ieln den Namen Al Djezir al-Khalida (Glückliche Ieln) und lehnten sich damit an den Namen der Römer an. Im Jahr 1336 stach von Lissabon aus eine Flotte unter der Führung von Lanzarote da Framqua alias Lancelotto Malocello in See, um das damalige Ende der Welt zu erfochen, das zu jener Zeit vor der nordwestafrikanischen Küste lag. Lancelotto Malocello umsegelte das Kap der Angst (Kap Bojador) nie, entdeckte aber die Kanarischen Ieln erneut, und ließ sich auf Lanzarote nieder.

Zur Zeit des Aufenthaltes von Malocello auf Lanzarote herchte dort König Zonzamas mit seiner Frau Fayna. Sie soll eine Nacht mit dem Adligen aus Vizcaia auf dem spanischen Festland name Martin Ruiz de Avendaño verbracht haben, der 1377 die Iel erreichte. Aus dieser Nacht ist der Überlieferung nach Tochter Icó hervorgegangen. König Zonzamas und seine Frau hatten die beiden Söhne Tigufaya, der wurde Thronfolger und mit Frau und weiteren Einwohnern 1393 vechleppt, und Guanarame, der danach Thronfolger wurde. Die wohl uneheliche Tochter Icó heiratete Guanarame und bekam Luis de Guardafía als Sohn. Dessen Tochter hieß Teguise und gab der ehemaligen Hauptstadt der Iel ihren Namen. Sie heiratete Jean de Béthencourts Neffen Maciot de Béthencourt.

In der Nähe der heutigen Stadt Teguise baute er auf dem Montaña de Guanapay ein kleines Fort. Wieder in Portugal angekommen, erreichte er es, dass die von ihm entdeckte und in Besitz genommene Iel in der Weltkarte des Angelino Dulcert als Iula de Lanzarotus Marocelus eingezeichnet wird. Seither soll Lanzarote seinen Namen tragen.

Angelockt durch wertvolle Rohstoffe wie Oeille (rote Färberflechte) und Sklaven, unternahm Jean de Béthencourt 1402 eine Expedition unter König Heinrich III. von Kastilien zu den Kanarischen Ieln. Er ging im Süden Lanzarotes (von den Guanchen noch Titeroygatra genannt), bei den Papagayo-Stränden an Land, und konnte den einheimischen Ielkönig Guardafía davon überzeugen, mit ihm friedlich zusammen zu arbeiten, in dem er ihm Schutz vor portugiesischen und spanischen Mechenhändlern anbot. Mit seiner Hilfe konnte in der Rubicón-Ebene eine Festung bauen. Dies war aber eine Täuschung, da Béthencourt den Frieden nutzte, um die anderen Ieln zu erobern. Er stellte aber bald fest, dass seine Ausrüstung und die ihm zur Verfügung stehenden Soldaten nicht ausreichten, die Kontrolle über alle Ieln zu erlangen. Béthencourt begab sich so zurück aufs Festland. Während seiner Abwesenheit nutzt Gadifer de la Salle die kleine vorgelagerte Iel Los Lobos als Stützpunkt. Hier führte Bertín de Berneval dann aber einen Aufstand und nahm Einheimische als Sklaven mit nach Spanien. Gadifer hatte nun kein Schiff mehr und verdutete beinahe auf Los Lobos, während die Einheimischen mit dem Töten von Europäern begannen. Mit Hilfe des Guanchen Atchen wollte Gadifer seine Leute rächen. Atchen nahm den König Guardafía auf Lanzarote gefangen und wollte selbst an die Macht. Guardafía konnte jedoch fliehen und ließ Atchen lebendig verbrennen. Béthencourts mitgebrachte Geistliche tauften Guardafía und beeilten sich mit der Taufe vieler Guanchen, was diese zu Sklaven machte. Zu Béthencourts Rückkehr 1404 war Lanzarote unterworfen. So konnte man sich gut gerüstet der Eroberung der Nachbariel Fuerteventura widmen. Béthencourts weniger erfolgreicher Neffe Maciot de Béthencourt wird als sein Stellvertreter auf Lanzarote bleiben. Er nimmt sich die Tochter name Teguise des bisherigen Herche Guardafia zur Lebegefährtin, und benennt den damaligen Ort Acatife nach ihr.

Rubicón bei den Papagayo-Stränden wird sogar eter Bischofssitz durch Benedikt XIII. Bischof Alfoo Sanlúcar de Barrameda zeigte Maciot de Béthencourt wegen seines tyrannischen Verhalte bei der Spanischen Krone an (siehe auch: Liste der Bischöfe der Kanarischen Ieln). Daraufhin übergab Enrique de Guzmán, Graf von Niebla 1430 auf Befehl der Krone den Besitz der bisher eroberten Ieln an Guillén de las Casas. 1435 übernahm Fernán Peraza durch Erbschaft diesen Besitz. Auf Druck von Béthencourt besetzten Portugiesen Lanzarote, wurden aber nach zwei Jahren von dort vertrieben. Auf Hernán Peraza folgte der Ehemann der Inés Peraza, Diego Herrera, welcher Lanzarote und Fuerteventura auf seine Kinder Sancho de Herrera, María de Ayala und Cotanza de Samiento verteilte. In den nachfolgenden Jahren ist die Geschichte Lanzarotes durch immer wiederkehrende Überfälle von Piraten gekennzeichnet. Der schlimmste ereignete sich im Jahr 1618, als die Piraten Jabán und Solimán das Veteck der Einheimischen in den Höhlen der Cueva de los Verdes entdeckten, und rund 1.000 Ielbewohner gefangen nahmen, um sie achließend auf dem afrikanischen Sklavenmarkt zum Verkauf anzubieten.

1730 kam es auf Lanzarote zu schweren Vulkanausbrüchen. Am 1. September bildeten sich auf einer Strecke von 18 Kilometern 32 neue Vulkane. Die Ausbrüche, die von dem Pfarrer von Yaiza, Don Andrés Lorenzo Curbelo, bis 1731 detailliert dokumentiert wurden, dauerten igesamt 2.053 Tage und endeten im Jahr 1736. Am Ende hatte die Lava rund ein Viertel der Ielfläche unter sich begraben, darunter die fruchtbaten Böden der Iel und mehrere Dörfer und Gehöfte. Stattdessen entstanden an dieser Stelle hundert neue Vulkane, die den Namen Montañas del Fuego (Feuerberge) erhalten haben. Anfangs war es den Ielbewohnern unter Androhung von Strafe verboten, die Iel zu verlassen, da die Ielführung befürchtete, keine Arbeitskräfte mehr zur Verfügung zu haben. Die Veorgung mit Lebemitteln vechlechterte sich aber zusehends, so dass der Hälfte der Bevölkerung erlaubt wurde, auf die Nachbariel Gran Canaria auszuwandern. 1768 kam es zu einer Dürrekatastrophe, nachdem die Winterniedechläge mehrere Jahre lang nicht fielen. Die Dürre forderte zahlreiche Tote, viele Bewohner wanderten auf die Nachbarieln oder nach Kuba und Amerika aus. Im Jahre 1824 kam es zu einem erneuten Vulkanausbruch im Bereich von Tiagua, der aber bei weitem nicht so schlimm war wie die Ausbrüche in den Jahren 1730 bis 1736. 1974 wurde hier der Timanfaya-Nationalpark gegründet.

Klima

Lanzarote liegt in der Passatzone, was dazu führt, dass auf der Iel ganzjährig frische Winde aus Nord bis Nordost wehen. Lanzarote besitzt ein ganzjährig mildes und niedechlagsarmes arides Klima, da die Passatwinde an der relativ flachen Iel meist nicht abregnen. Die Lufttemperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 20,5 °C. Der Monatsdurchschnitt beträgt im August 24,7 °C und im Januar 16,9 °C. Die Wassertemperatur des Atlantischen Ozea schwankt durch das Aufquellen kalten Tiefenwasse vor der nordwestafrikanischen Küste und dem Kanaretrom zwischen 22 °C im Sommer und 17 °C im Winter. Das macht in Zusammenhang mit dem Passatwind die teils hohen Sommertemperaturen erträglich.

Mit nur 112 Millimetern Niedechlag pro Jahr ist Lanzarote die trockete der Kanarischen Ieln, davon fallen allerdings etwa 85 Prozent von Januar bis März. Die relative Luftfeuchtigkeit beträgt im Mittel 70 Prozent. Im gebirgigen Norden können mit bis zu 300 Millimetern pro Jahr deutlich mehr Niedechläge fallen als im Süden. Dort können die vom Atlantik kommenden nordöstlichen Passatwinde auf das Famara-Massiv mit dem höchsten Punkt von 671 Metern ü. NN treffen, welches damit im unteten Bereich der Kondeatiozone liegt. Die Passatwinde stauen sich nur bei starker Zirkulation und werden zum Aufstieg gezwungen. Die feuchte Atlantikluft kühlt während des Aufstiegs um 1 K (1 °C) pro hundert Meter ab (trockenadiabatische Abkühlung). Da die kühlere Luft jedoch weniger Wasserdampf speichern kann, die absolute Menge an Wasserdampf aber gleich bleibt, kondeiert der Wasserdampf, wenn die Sättigungsgrenze erreicht ist. Es entstehen Wolken, beziehungsweise Nebel. Die Feuchtigkeit aus den Wolken reicht aus, um in diesem Gebiet Landwirtschaft in Form von Trockenfeldbau zu betreiben (siehe Absatz Landwirtschaft). Die Feuchtigkeit reicht ebenfalls aus, um im Tal der 1000 Palmen in der Gegend um Haría einen für Lanzarote ungewöhnlichen Anblick zu schaffen. Mit den vielen Palmen (kanarische Dattelpalme, Phoenix canarieis) und der besonde im Frühling üppigen Vegetation findet man in diesem Tal eine grüne Oase auf der aoten sehr vegetatioarmen Iel.

Die Wasserveorgung stellte auf der niedechlagsarmen Iel schon immer ein Problem dar. In der Vergangenheit wurde der Niedechlag in großen Zisternen (Ajibes) gesammelt. Rund 25 Prozent des Wasserbedarfs wurde in den 50er Jahren durch wasserführende Stollen im Famara-Massiv gedeckt. Von den sieben wasserführenden Stollen wurden 1950 vier genutzt, heute nur noch einer, da sinkende Grundwassetände zu einem Nachdrücken von schwererem Meerwasser und damit zu einer Vealzung (Brackwasser) des Grundwasse geführt haben. Durch den in den 50er Jahren eietzenden Tourismus stieg der Wasserbedarf auf Lanzarote sprunghaft an, so dass mit Tankschiffen Wasser von den Nachbarieln Teneriffa und Gran Canaria auf die Iel traportiert werden musste. 1964 wurde dann östlich von Arrecife die ete Anlage zur Meerwasserentsalzung gebaut, die in den folgenden Jahren ständig erweitert wurde und noch heute in Betrieb ist. Die Hetellung von Süßwasser in Meerwasserentsalzungsanlagen stellt ein ökologisches Problem dar. Für die Gewinnung von Süßwasser braucht es viel Energie, was bedeutet, dass zusätzlich Erdöl importiert werden muss. Im Durchschnitt verbraucht jeder Tourist auf den Kanaren pro Tag etwa 230 Liter Wasser, die Einheimischen jedoch nur 138 Liter Wasser.

Auf Lanzarote, wie auch auf den anderen Kanarischen Ieln, kommt es mehrmals pro Jahr zu einer besonderen Wetterlage, wenn über der Sahara Staubpartikel durch Sandstürme und starke Thermik bis in große Höhen traportiert werden. Mit südöstlichen Winden werden diese Aerosole dann weit auf den Atlantik hinaus traportiert. Während solcher Wetterlagen sinkt die Sichtweite auf der Iel bis auf wenige 100 Meter ab. Die Luft ist dann voller Staub und der Himmel echeint in einem schon fast unwirklichen Rot- bis Braunton. Der hohe Gehalt an Aerosolen in der Luft kann dazu führen, dass der Luftverkehr eingestellt oder umgeleitet werden muss, da aufgrund der Topographie Lanzarotes der Anflug auf den Flughafen Guacimeta (ACE) aus Norden nur mit ausreichender Piloteicht erfolgen kann. Von den Einheimischen (Conejeros) wird dieser heiße Südostwind Levante oder auch Calima genannt. Während dieser Wetterlage können die Temperaturen zeitweise bis auf 40 °C steigen.

Flora und Fauna

Lanzarote besitzt aufgrund der geringen Niedechläge eine karge Flora. Deshalb herchen hier wassepeichernde (Sukkulente), gegen Trockenheit resistente (Xerophyten) und salztolerante Gewächse (Salzpflanzen) vor. Es sind igesamt rund 570 Arten auf der Iel anzutreffen, darunter einheimische und eingeschleppte, aber auch 13 ielendemische Arten, die nur auf Lanzarote vorkommen, und 55 kanarenendemische, die nur auf den Kanarischen Ieln vorkommen. Flechten als niedere Pflanzen beginnen mit der Besiedlung des jungen Lavagestei. Bisher wurden 180 untechiedliche Flechten gezählt. Sie leiten die Sukzession ein, das bedeutet, dass sie den Übergang zu höheren Pflanzenarten schaffen. An diesen fortgeschrittenen Stellen wachsen Euphorbien (Wolfsmilchgewächse, auf den Ieln tabaiba genannt). Diese Pflanzen haben sich in etaunlicher Weise an die Wasser- und Nähtoffarmut angepasst. Im feuchteren Norden ist die Artenvielfalt größer. Hier findet man die Kanarische Dattelpalme (Phoenix canarieis), vechiedene Farnarten, Kanarische Kiefern (Pino canarieis) und vereinzelt den wilden Ölbaum (Olea europaea). Nach den winterlichen Regenfällen erwacht im Februar und März die Vegetation im Norden zu einem farbenprächtigen Blütenteppich, und verwandelt die wüstenähnliche Landschaft in einen grünen Teppich. In der Vergangenheit sollen Lorbeerwälder die Hochflächen des Risco de Famara bedeckt haben. Ein kleiner Rest dieses Waldes befindet sich noch heute an der höchsten Stelle der Famara-Steilküste.

Die Tierwelt fällt auf Lanzarote noch eintöniger aus als die Pflanzenwelt. Außer der Fledermaus gelangten alle anderen Säugetiere durch den Mechen auf die Iel, darunter auch Dromedare, die als Arbeits- und Lasttiere sehr gefragt waren, da sie perfekt an die Umweltbedingungen auf der Iel angepasst waren. Heute werden diese Tiere nur noch im Tourismus eingesetzt. Die Vogelwelt der Iel ist vielfältiger, es gibt rund 35 Arten, darunter der sehr seltene Eleonorenfalke, aber auch Wanderfalken und Fischadler. Auch unter den Reptilien findet sich eine endemische Art, die Eidechse Gallotia atlantica, die vornehmlich im Ielnorden vorkommt. Eine außergewöhnliche Besonderheit ist der kleine Albinokrebs (Remipedia), der in der unterirdischen Lagune von Jameos del Agua vorkommt. Diesen Krebs findet man aoten nur in einer Wassertiefe von mehreren tausend Metern. Er wurde vermutlich bei einem Vulkanausbruch in die Höhle gespült und konnte dort bis heute überleben.

Auf etwa 2.300 Hektar wird auf Lanzarote Wein angebaut. Die bedeutendsten Weiorten sind der rote Listán Negro und Negramoll. Weißweine werden aus Listán Blanco, Malvasia, Moscatel und Diego hergestellt. Das Weinanbaugebiet La Geria ist ein Natuchutzgebiet und für seine traditionelle Anbaumethode auf Lapilli bekannt (span.: enarenado natural). Die teilweise meterdicke dunkle Lapillischicht (Vulkanasche, auch Picón genannt) wird nutzbar, da sie tagsüber aufheizt und nachts Feuchtigkeit aus der Luft aufsaugt. Weil es hier nur sehr selten regnet, wird so das Wasser gespeichert. Die Wurzeln der angebauten Pflanzen und der Weinreben können so bis in den darunter liegenden Boden dringen, welcher dazu noch vor Erosion geschützt ist. Hier in La Geria gibt es in dem Ort Masdache die Bodega El Grifo mit eigenem Weinmuseum.

Diese Art des Trockenfeldbaus hat sich auf etwa 8.000 Hektar im mittleren und nördlichen Teil der Iel verbreitet. Das älteste Beispiel sind die Opuntienfelder um Guatiza, auf denen Schildläuse zur Hetellung des Karminfarbstoffes gezüchtet werden. Man hat meist kütlich etwa 15 cm dicke Lapillischichten auf fruchtbaren Boden aufgebracht (span.: enarenado artificial). So werden heute hauptsächlich Kartoffeln, Zwiebeln, Mais, Knoblauch, Tomaten und Luzerne angebaut. Eine weitere Art des Trockenfeldbaus sind die Sandkulturen in und am Rande der Tiefebene El Jable, die sich unterhalb des Famaramassivs i Landesinnere etreckt. Im Wesentlichen werden hier auf etwa 1.000 Hektar Süßkartoffeln, Melonen, Kürbisse, Tomaten und Gurken auf einer dünn mit Lapilli bedeckten Sandfläche angebaut. Die Erträge sind hier allerdings etwas kleiner.

Als landwirtschaftliches Nutztier werden in mehreren Gebieten Ziegen gehalten, aus deren Milch der begehrte kanarische Ziegenkäse in diveen Variationen traditionell hergestellt wird.

Allgemein gehen die landwirtschaftlichen Nutzflächen langsam zurück, da sich die Nutzung immer weniger lohnt.

Persönlichkeiten

Der Kütler César Manrique trug entscheidend zur Gestaltung der Iel bei. Manrique hat es sogar erreicht, dass außer einem Hochhaus in der Hauptstadt Arrecife, welches bereits stand, bevor César mit seinem Schulfreund die entsprechenden Gesetze durchbrachte, kein Gebäude auf der Iel höher als zwei Stockwerke gebaut werden durfte, und somit die Iel nicht für den typischen Massentourismus geeignet war. Diese Entwicklung hat sich seit einigen Jahren zunehmend verändert, so dass in den Touristenhochburgen Costa Teguise, Puerto del Carmen und Playa Blanca in Richtung der Papagayo-Strände nun ebenfalls höher gebaut wird. Die Gestaltung der Häuser sah außerdem vor, sie generell weiß zu streichen, und in Fischerorten deren Feterläden, Türen und Gartenzäune blau, und in landwirtschaftlichen Gegenden grün abzusetzen. Inzwischen sind grün und blau, aber auch braun oder naturholzfarben ielweit vermischt.

Sehenswürdigkeiten

Halb im Meer veunkener Krater El Golfo