La Palma
La Palma, eigentlich 'San Miguel de la Palma', ist die nordwestlichste der sieben großen Kanarischen Ieln im Atlantischen Ozean, die eine der siebzehn Autonomen Gemeichaften Spanie bilden. La Palma hat bei einer Fläche von 708 Quadratkilometern eine Länge von etwa 42 Kilometern und eine Breite von etwa 28 Kilometern. Sie ist mit einem Flächenanteil von 9,45 Prozent an der Gesamtfläche aller Kanaren die fünftgrößte Iel des Archipels. La Palma gehört zur spanischen Provinz Santa Cruz de Tenerife. Hauptstadt ist Santa Cruz de La Palma auf der Ostseite. Auf der Westseite La Palmas befindet sich die größte Stadt der Iel, Los Llanos de Aridane. Die Landessprache ist Spanisch mit lateinamerikanischem Einfluss.
Geographie und Geologie
La Palma liegt ca. 400 Kilometer vor der südmarokkanischen Küste, etwa 1500 Kilometer vom spanischen Festland entfernt und etwa 60 Kilometer westlich der kanarischen Hauptiel Teneriffa auf 28°40' nördlicher Breite und 17°52' westlicher Länge. Sie ist die nordwestlichste der Kanarischen Ieln und die einzige, auf der es ganzjährig natürlich fließende Gewässer gibt.
Im Westen des Eilands verläuft der frühere Nullmeridian von Ferro, der eigentlich durch 20° westliche Länge von Paris definiert war. Den Namen gab ihm die 60 Kilometer südlich gelegene kleine Iel El Hierro, die bis zur Entdeckung Amerikas den westlichsten Punkt der Europa bekannten Welt datellte.
Die Verwaltung La Palmas gliedert sich in 14 Gemeindebezirke:
La Palma ist - wie alle Kanarischen Ieln - vulkanischen Uprungs. Mit einem Alter von rund zwei Millionen Jahren gehört sie zu den jüngsten Ieln des Archipels, dessen Entstehungsgeschichte im Kapitel Kanarische Ieln ausführlich beschrieben ist. Vom Meeresboden in etwa 4.000 Metern Tiefe erhebt sie sich fast 6.500 Meter und besteht zur Gänze aus vechiedenen vulkanischen Gesteinen. Das Verhältnis aus geringer Grundfläche und großer Höhe macht La Palma zu einer der steilsten Ieln der Erde mit schroffer Küste und nur wenigen Sandstränden.
Den nördlichen Teil dominiert die Caldera de Taburiente. Der riesige Krater entstand durch Eiturz und Erosion eines Vulkandoms, der sich in prähistorischer Zeit möglicherweise bis zu 3.500 Meter über den Meeresspiegel erhob. Der Durchmesser der heutigen Caldera beträgt neun Kilometer, ihr Umfang 28 Kilometer und der Höhenuntechied vom Kraterrand bis zur Sohle bei Dos Aquas beinahe zwei Kilometer. Die Caldera bildet damit den größten Senkkrater der Welt. Ein Ring aus Gipfeln mit Höhen von 1.700 bis 2.400 Metern umgibt den Kraterrand. Hier befindet sich auch die höchste Erhebung der Iel, der Roque de los Muchachos mit 2.426 Metern. Am Gipfel befindet sich das Roque de Los Muchachos Observatorium. Nach Westen entwässert die Caldera durch den Barranco de las Angustias, die enge "Schlucht der Todesängste", auf deren Grund ein Wanderweg verläuft. Die Caldera selbst ist unbewohnt und nur zu Fuß zu erreichen. Sie wurde 1954 zum Parque Nacional de la Caldera de Taburiente erklärt. Die Nationalparkverwaltung unterhält hier einen Campingplatz mit Informatiozentrum.
Südlich an die Caldera schließt sich ein in Nord-Süd-Richtung verlaufender Höhenzug an, der in die Cumbre Nueva und die jüngere, aus Vulkankratern bestehende Cumbre Vieja unterteilt wird. Der Grat erhebt sich bis auf fast 2.000 Meter Höhe und teilt die Iel in zwei klimatisch untechiedliche Hälften: Während sich an den Nord- und Ostabdachungen die Passatwolken stauen, ist die südwestliche Leeseite der Iel trockener und oft wolkenfrei.
Im südlichen Teil der Iel ist der Vulkanismus aktiv. Der letzte Ausbruch fand 1971 bei Fuencaliente, dem heutigen Los Canarios, statt. Hierbei entstand der Vulkan Teneguía, der unter wissechaftlicher Beobachtung steht, weil er nicht erloschen ist. Südlich der Iel setzt sich die Cumbre Vieja unter dem Meeresspiegel fort. Hier befinden sich aktive unteeeische Vulkane.
Die Spuren dieser Ausbrüche Krater, Aschefelder und kilometerlange Lavaströme prägen vor allem den Südteil der Iel.
Eine Unteuchung in den 90er Jahren ergab, dass die Cumbre in ihrem Inneren Wasser durchtränkte, vertikale Schichten aus porösem Vulkangestein aufweist. Es gibt Theorien, dass die westliche Flanke der Cumbre Vieja bei einem erneuten Vulkanausbruch itabil werden und i Meer abrutschen könnte. Dieser gewaltige Erdrutsch würde wahcheinlich eine riesige Flutwelle (Tsunami) auslösen, die bis zu 800 km/h schnell über den Atlantik rasen und sich an der Ostküste des amerikanischen Kontinents bis zu 150 Meter hoch auftürmen könnte.
Einige englische Geologen haben dieses Szenario in einer Dokumentation der BBC aus dem Jahr 2000 [1] verbreitet und damit die Aufmerksamkeit der Medien erregt. Viele Geologen und Ititute halten die Wahcheinlichkeit einer solchen Katastrophe hingegen für sehr gering.
Natur
Aufgrund seiner Entstehung und Lage bietet La Palma eine einmalige Natur und Landschaft. La Palma ist bekannt als La Isla verde ("die grüne Iel") und als La Isla bonita ("die schöne Iel"), da sie ganzjährig von grüner Vegetation bedeckt ist. Diese Üppigkeit verdankt die Iel den Passatwinden, die verlässlich Wolken auf der Luv-Seite der Iel schaffen, die beim Überqueren der Iel abregnen oder dichte Nebelfelder auf den Bergen bilden. Die Feuchtigkeit dieser Wolken wird von vechiedenen Pflanzen gesammelt. Die Iel gliedert sich in vechiedene Vegetatiozonen von Lavafeldern über mediterrane Trockenvegetation zu Kiefernwäldern auf den Höhen und auf der Nordostseite auch Lorbeerwälder, die Regenwald ähneln. Unter den Pflanzen La Palmas findet man ca. 170 Endemiten der Kanaren, darunter die bekannten Kanarischen Drachenbäume.
Die Landschaft bildet ein Eemble in Schwarz (Basalt), Rot (Tuff) und Grün (Vegetation) im Blau des Atlantik. Sie wird geprägt durch die Barrancos im Norden, tief eingeschnittene Schluchten, die das Wasser von den Bergen zum Meer führen, den Wäldern auf den zentralen Ielbergen und den Gebieten jüngerer vulkanischer Aktivität im Süden aus Aschefeldern, etarrten Lavaströmen und Vulkankegeln.
Seit 1983 ist der Lorbeerwald Los Tilos ein Biosphärenreservat der UNESCO und im November 2002 ist die gesamte Iel dazu erklärt worden. La Palma war die ete Kanarische Iel, die ein solches Reservat vorzuweisen hatte.
Das Besucherzentrum von Los Tilos hat tagsüber durchgehend (mit halbstündiger Mittagspause) geöffnet (Stand 2006).
Folgende besondere Tierarten sind auf La Palma heimisch:
Geschichte
La Palma wurde im Neolithikum vom Volk der Guanchen besiedelt, die angeblich mit den Nordafrikanischen Berbern verwandt waren. Dass sie ab etwa 2000 v. Chr. von Nordafrika einwanderten, ist unter Wissechaftlern mittlerweile nicht mehr umstritten. Dafür sprechen die genetischen Analysen von Skelettfunden wie auch nordafrikanische Sprachreste. Die Guanchen lebten auf einer steinzeitlichen Kultutufe und waren in vechiedenen Cla organisiert, die die Iel unter sich aufteilten. Der altkanarische Name von La Palma war Benahoare. Die Sprache der Guanchen, das Guanche, wurde nach der spanischen Eroberung etwa im 16. Jahrhundert unterdrückt. Allerdings haben sich einige Worte im heutigen kanarischen Dialekt erhalten.
Die Kultur der Guanchen ist heute großenteils ausgerottet. Es gab auf La Palma keine großen Schlachten zwischen der Urbevölkerung und den spanischen Eroberern unter Führung von Aloo Fernández de Lugo. Die Guanchen kamen hier deshalb nicht in Massen um und ließen sich, natürlich nicht ohne Widetand, christianisieren. Sie waren auch noch nach der Conquista in der Ielbevölkerung in der Überzahl. Jedoch mussten sie sich den neuen Siedlern unterwerfen. Später vermischten sie sich mit diesen. Ein Teil der heutigen einheimischen Bevölkerung La Palmas stammt daher immer noch von den Guanchen ab. Die zahlreichen Reste ihrer Steinzeit-Kultur sind heute eine Attraktion der Iel: Wohnhöhlen, Grabstätten, Steinwerkzeuge und die Petroglyphen seltsame, komplexe Steinritzungen mit unbekannter Bestimmung. Am bemerkewertesten sind die steingepflasterten Königswege, welche die gesamte Iel überziehen und die vechiedenen Regionen verbinden.
Näheres zu Gesellschaft, Felszeichnungen und Religion der Guanchen erfährt man im Ielmuseum, im Besucherzentrum des Nationalparks sowie bei La Zarza und La Zarcita (seit 1998 eter Archäologischer Park der Kanaren). Die dortigen Felsbilder faszinieren durch ihre Mäander, Labyrinthe und Figuren. Ein zweiter Archäologiepark bei der Höhle von Belmaco ist mit knapp 4.000 Jahren die älteste Fundstelle La Palmas.
Die Kanarischen Ieln waren möglicherweise schon im Altertum phönizischen Seefahrern bekannt, die Nachrichten sind allerdings ungewiss. Ete Europäer gelangten im 13. Jahrhundert auf die Kanaren, unter ihnen Lancelotto Malocello.
Im Jahre 1312 erreichte der Genuese Lancelotto Malocello La Palma. Nachdem der kastilische Graf Hernán Peraza seine Macht auf Lanzarote, Fuerteventura und El Hierro gefestigt hatte, entsandte er 1447 eine Flotte aus drei Schiffen mit 500 Mann zu der Iel, die bis dato als unbezwingbar galt. Aber auch diesem Feldzug war wie den vorangegangenen kein Glück beschert: Bei den erbitterten Kämpfen mit den Iulanern verloren die Spanier 200 Mann. Am 29. September 1492 Kolumbus entdeckte in diesem Jahr Amerika landete der auf Gran Canaria beheimatete General Aloo Fernández de Lugo mit einer Streitmacht von 900 Mann auf La Palma in der Nähe des Strandes von Tazacorte; er war von dem spanischen Hercherpaar Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón zu diesem Feldzug ermächtigt. Er hatte die früher von La Palma vechleppte Gasmirla la Palme dabei und machte falsche Veprechungen. Die Bezirke Aridane, Tihuya, Tamanca und Ahenguarem unterwarfen sich. Die Hercher von Tigalate allerdings leisteten starken Widetand. Schließlich traten alle Füten der Benahoaritas, der Ureinwohner La Palmas, zum Christentum über, bis auf den Bezirk der Caldera de Taburiente, der damals Aceró (starker Ort) hieß. Diese Gegend untetand dem berühmten Tanausú, der sich wideetzte und nur durch einen Hinterhalt gefangen genommen werden konnte. De Lugo schickte der kastilischen Krone mehrere Gefangene zum Beweis seiner Eroberung, darunter auch Tanausú, der angesichts dieser Schande in den Hungetreik trat und noch auf der Überfahrt starb. Am 3. Mai 1493, dem "Tag der Erhebung des Heiligen Kreuzes", gründete Lugo an dem Ort, an dem sich die altkanarische Siedlung Apunyon (auch Auprón) befand, die Stadt Santa Cruz de La Palma. Dann begab er sich nach Gran Canaria zurück, um Vorbereitungen für die Einnahme von Teneriffa zu treffen, der letzten der sieben großen Kanarischen Ieln, die er schließlich nach einem zweijährigen Feldzug 1496 eroberte.
Die Spanier nutzten die Kanaren als wichtige Zwischetation für die Überfahrt nach Westindien. Ausschlaggebend dafür war die geographische Lage am Passatstrom, die schon Kolumbus 1491 nutzte. Allerdings betrat Kolumbus La Palma nie.
Schnellen Reichtum bot La Palma nicht. Es gab weder Gold noch Silber oder andere Bodechätze. Gewinn veprachen zunächst nur die Einheimischen als Sklaven. Trotz eines päpstlichen Erlasses aus dem Jahr 1434, in dem Eugen IV. die Kanarier zu freien Leuten erklärt und den Mechenhandel auf den Ieln verboten hatte, endete ein Großteil der Urbevölkerung von La Palma gleich nach der Eroberung in der Sklaverei. Schätzungen zufolge blieben nur rund 300 Familien (1.200 Mechen) von diesem Schicksal vechont. Diese Palmeros ließen sich nach und nach taufen und vermischten sich, nachdem sie ab 1514 den Spaniern rechtlich gleichgestellt worden waren, rasch mit den Konquistadoren sowie mit eingewanderten Portugiesen und Franzosen. Schon bevor sich der Sklavenhandel auf der Iel echöpft hatte, verfolgte Aloo Fernández de Lugo ein weitaus lukrativer echeinendes Ziel: den Anbau von Zuckerrohr, zur damaligen Zeit das den meisten Gewinn bringende Ackerbauprodukt. Europäische Kaufleute, Handwerker, Wein- und Ackerbauern wurden auf die Iel gerufen, um Kapital und Arbeitskraft in Zuckerverarbeitungsanlagen zu investieren. Wie bedenkenlos man dabei mit der Landvergabe umging, wird an folgendem Beispiel besonde deutlich: 1508 verkaufte Juan Fernández de Lugo seine Zuckerverarbeitungs- und -Bewässerungsanlage von Tazacorte und Argual an den Andalusier Dinarte; dieser veräußerte sie ein Jahr später an die Augsburger Welser; wiederum ein Jahr später (1510) gelangten sie in Besitz des Antwerpener Kaufmannes Jakob Groenenberch (hispanisiert: Jacomo Monteverde), von dem sie schließlich das Brüsseler Handelshaus Van de Valle erwarb.
Ab 1553 lohnte der Zuckerrohranbau auf La Palma immer weniger. In Mittel- und Südamerika wurde preisgütiger produziert. Viele nicht mehr rentable Zuckerrohrplantagen wurden in Weinfelder umgewandelt. Der vor allem im Süden der Iel auf jungvulkanischem Boden gedeihende süße Malvasia wurde das wichtigste Exportprodukt von La Palma. Hauptabnehmer des palmerischen Weines war England. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts dauerte der Siegeszug der palmerischen Malvasier, dann führte ein sich ändernder Koumentengeschmack zum Niedergang des Weinbaues. Allerdings wird heute wieder mit zunehmendem Erfolg Wein angebaut, der nicht auf den Massengeschmack zielt.
Im 16. Jahrhundert bekam La Palma nach Antwerpen und Sevilla das Privileg, mit Amerika Handel zu treiben. Schnell entwickelte sich Santa Cruz de La Palma zu einem der wichtigsten Häfen des spanischen Reiches. So ist es nicht verwunderlich, dass Santa Cruz de La Palma im Laufe des 16. Jahrhunderts immer wieder Piraten anlockte, die sich der Reichtümer der Stadt bemächtigen wollten. Unter dem Befehl von François Le Clerc plünderten 1553 Franzosen die Hafetadt. Was sie nicht mitnehmen konnten, brannten sie nieder. Nach dieser Katastrophe wurden Kirchen, Klöster und Häuser größer und prächtiger wieder aufgebaut. Neue Verteidigungsanlagen wurden errichtet. So konnte 1585 der Angriff des Englände Francis Drake erfolgreich abgewehrt werden. Der Handel mit Amerika begütigte das Aufkommen weiterer Erwerbszweige (Schiffbau, Hetellung von Segeltuch etc.). Zahlreiche Kaufleute aus aller Welt kamen nach Santa Cruz de La Palma und verliehen dem Ort ein internationales Flair, viele fremdländisch klingende Straßennamen zeugen noch heute von dieser glanzvollen Epoche. Der Niedergang setzte bereits Mitte des 17. Jahrhunderts ein. Nach einem Erlass aus dem Jahre 1657 mussten alle Schiffe auf dem Weg nach Amerika auf Teneriffa registriert werden und dort ihre Abgaben entrichten. Der Handelsverkehr im Hafen von Santa Cruz de La Palma kam damit nahezu zum Erliegen. Zwar gab König Carlos III. 1778 den Amerikahandel für alle spanischen Häfen frei, doch konnte sich Santa Cruz de La Palma nie völlig von der Wirtschaftskrise erholen.
Abgesehen von Piratenangriffen erlebte La Palma weitestgehend ruhige Zeiten. Von jeder Wirtschaftskrise erholte sich das zwar bodechatzlose, aber sehr fruchtbare Eiland immer relativ schnell. Nach Zucker und Wein ließ sich auch mit Bienenwachs und -honig, mit Tabak sowie mit Seide gutes Geld verdienen. Bereits seit dem beginnenden 16. Jahrhundert pflanzte man in La Palma Maulbeerbäume an, war La Palma führend in der Seidenhetellung der Kanaren. Die Seidenverarbeitung der Iel galt sogar als die fortschrittlichste des Kanarischen Archipels. Um 1830 wurde dann die aus Mexiko stammende Cochenille-Laus eingeführt, eine Schildlaus, die einen begehrten karmesinroten Farbstoff liefert. Mit der Entwicklung von Anilinfarbe um 1880 war diesem Wirtschaftszweig jedoch nur ein kurzer Gewinn beschert. Aus dieser Wirtschaftskrise half schließlich der Bananenanbau, den zwei englische Gesellschaften, Elder und Fyffes, ab 1878 in großem Stil auf die Kanaren gebracht hatten.
Das einfache Volk auf dem Lande profitierte von dem auf La Palma erwirtschafteten Reichtum kaum. Noch im 19. Jahrhundert lebten die meisten Ielbewohner in strohgedeckten Holzhütten, selbst wohlhabende Landbewohner konnten sich nur niedrige Bruchsteinhäuser leisten. Probleme bereitete oft die Veorgung mit Lebemitteln. Da man auf der Iel vorwiegend Monokulturen anbaute, reichte die verbleibende Ackerfläche für den Anbau von Getreide und anderen Landwirtschaftserzeugnissen nicht aus. Schon im 16. Jahrhundert musste Getreide zu hohen Preisen importiert werden. Als das Domkapitel von La Palma einmal seinen Zehnten in Form von Weizen aus dem Getreidespeicher forderte, weigerte sich die Bevölkerung einmütig und entschlossen, auf diese Art ihre Steuern zu begleichen, woraufhin der Inquisitor über die Iel einen Kirchenbann verhängte und infolge einer Missernte einige Jahre lang niemand christlich beerdigt wurde. Die Armut auf dem Lande war so groß, dass in vielen Familien die schlecht ernährten und schlecht gekleideten Männer und Frauen, wie 1758 der Missionar Juan de Medinilla in einem vertraulichen Bericht an seinen Bischof schrieb, sonn- und feiertags aus Mangel an Kleidung jeweils abwechselnd zur Messe gehen mussten.
Verwaltung
La Palma gehört wie die anderen Kanarischen Ieln zu Spanien. Seit 1982 bildet diese Ielgruppe eine Autonome Region innerhalb des spanischen Staates. Darin gehört La Palma zur Provinz Santa Cruz de Tenerife. Die Verwaltung der Iel La Palma findet durch den Ielrat (Cabildo Iular) statt. Alter und neuer Präsident des Ielrates nach den Wahlen im Mai 2007 ist José Luis Perestelo Rodríguez der Partei Coalición Canaria.
Religion
Fast die gesamte Bevölkerung ist römisch-katholisch.
In regelmäßigen Abständen werden die Heiligen aus bestimmten Kirchen mit großen Umzügen geehrt. Diese Verataltungen verlaufen über viele Tage und werden durch ein Rahmenprogramm und ausgelassene Feiern begleitet.
Wirtschaft
Heute werden auf ca. 3.000 Hektar Bananen angebaut, zunehmend wird die Landwirtschaft jedoch mit dem Anbau von Avocado, Zitrusfrüchten und Gemüse diveifiziert. Bedeutend ist außerdem der Weinanbau.
Die Landwirtschaft wird durch ein einzigartiges Bewässerungssystem mit Wasserleitungen und Tunneln ermöglicht, die das Wasser aus den Bergen in die agrarisch genutzten Gebiete führen. Diese Tunnel sind zum Teil hunderte von Metern durch Felsen getrieben und bringen das Wasser über zehn Kilometer oder mehr in die bewohnten Gebiete an der Küste.
Industrie und Handel
Neben der Landwirtschaft spielen Handwerk und Industrie auf La Palma nur eine untergeordnete Rolle. Die Iel besitzt lediglich einige kleine Betriebe, die Landwirtschaftsprodukte weiterverarbeiten bzw. Baustoffe oder Kuthandwerk hetellen, sowie einige Baufirmen, die dank des Tourismus in den letzten Jahren einen Aufschwung zu verzeichnen hatten. Nur die Zigarettenfabrik in El Paso, in der etwa 300 Iulaner arbeiteten, produzierte bis Ende 2000 in größerem Umfang. Die Produktion wurde nach Deutschland verlagert.
Der Export von La Palma beschränkt sich auf Agrarprodukte. Alles in allem aber hat die Iel eine negative Handelsbilanz, d.h. es wird weit mehr ein- als ausgeführt. 3/4 der Lebemittel müssen importiert werden, auch Zitrusfrüchte wie Orangen und Zitronen, ebeo etwa 80 % des Bedarfs an tierischen Produkten. Andere wichtige Importwaren, die zum größten Teil das spanische Mutterland liefert, sind Rohöl, Koumgüter, ferner mechanische und elektrische sowie Kraftfahrzeuge.
Tourismus
Im Jahr 1890 gab es auf La Palma bereits mehrere Hotels. Vor allem die Erholung suchenden Engländer frequentierten Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts gern die westlichste Kanareniel. Doch einige Jahrzehnte später ging es mit dem Tourismus auf La Palma bergab, in den 1960er Jahren kam er fast ganz zum Erliegen. In den 1970er Jahren und Anfang der 1980er Jahre profitierte La Palma ein wenig vom Massen- und Chartertourismus auf den beiden Kanarenhauptieln Teneriffa und Gran Canaria. Et Ende der 1980er Jahre waren nach der Erweiterung des palmerischen Flughafe für den internationalen Charterverkehr im Tourismusbereich kräftige Zuwachsraten zu verzeichnen.
Bei einem Angebot von etwa 7.500 Betten kann man auf La Palma noch nicht von Massentourismus sprechen. Es gibt nur wenige größere Hotels, vorwiegend werden Ferienwohnungen in kleineren Häuschen vermietet, die im Besitz von Ausländern sind. Die meisten Touristen zu 80 Prozent Deutsche zieht es in die Gegend von Puerto Naos und nach Los Cancajos. Deutsche Dauerurlauber oder Aussteiger haben sich vorzugsweise etwas landeinwärts auf der sonnigen Westseite der Iel in Los Llanos de Aridane und in El Paso niedergelassen.
Ob La Palma weiterhin das Ziel einer übechaubaren Anzahl von Individualtouristen bleiben wird oder ob es sich das Beispiel von Teneriffa oder Gran Canaria zu eigen macht, ist vorläufig nicht abzusehen. Ielverwaltung, einzelne Bürgermeister und Umweltschutzorganisationen hegen sehr untechiedliche Aichten darüber, wie viele Touristenbetten die Iel verkraften könnte. Die Zahlen gingen einmal bis zu 80.000 Gästebetten. Mittlerweile wird eine maximale Bettenkapazität von 20.000 angepeilt. Seit Mitte der 1990er Jahre kommen Jahr für Jahr etwas mehr als 140.000 Touristen (davon mehr als 100.000 Deutsche) nach La Palma, doch immer noch ist die exportorientierte Landwirtschaft die Haupteinnahmequelle der Palmeros, der Tourismus bildet nur einen weiteren Devisenbringer und so soll es nach Meinung der meisten Ielbewohner bleiben. Die Strände von Puerto Naos und Los Cancajos tragen die blaue Flagge der EU und erfüllen somit einen gehobenen Qualitätsstandard. Heute wird dem Besucher ein vielseitiges Programm von sportlichen Aktivitäten bis hin zu kulturellen Verataltungen (z.B. ein Opernfestival) geboten.
Seit einigen Jahren setzt La Palma auf den turismo rural (ländlicher Tourismus): Alte kanarische Bauernhäuser im Hinterland werden renoviert, dabei im ieltypischen Stil belassen und Touristen als Unterkunft angeboten. Dieses Projekt, das mit EU-Geldern gefördert wird, hat den Vorteil, dass nicht neu gebaut werden muss, sondern dass man auf schon vorhandene Häuser zurückgreifen kann.
La Palma ist traditionell eine Wanderiel, entsprechend groß ist die Anzahl der Anbieter von Wanderausflügen in die vechiedeten Regionen der Iel. Das Angebot ist breit gestreut und für alle Könnetufen geeignet. Seit Ende der 1990er Jahre haben sich auch vechiedene Anbieter modernerer sportlicher Aktivitäten etabliert. So werden z.B. geführte Mountainbiketouren oder Reitexkuionen angeboten. Ibesondere das Tauchen nimmt aber inzwischen einen festen Teil des Freizeitangebotes auf der Iel ein. Es gibt divee Tauchcenter auf der Ost- und Westseite der Iel, die Angebote für alle Könnetufen machen.
Verkehr
Mittlerweile ist das Straßennetz auf La Palma gut 1.200 km lang. Alle Hauptstraßen sind asphaltiert und, wenn auch kurvenreich, in gutem Zustand. Lediglich einige abgelegene Ortschaften im Ielnorden sind nur über Erd- oder Betonpisten zu erreichen. Ein ca. 180 km langer Straßenring (Kartenbezeichnung LP-1) umläuft die gesamte Iel (Santa CruzLos CanjacosMazoFuencalienteLos LlanosTijarafePuntagordaBarloventoSan AndrésPuntallanaSanta Cruz), weiterhin verbindet eine ca. 35 km lange Straße (Kartenbezeichnung LP-2) über zwei Tunnel den Osten mit dem Westen der Iel (Los LlanosLos Cancajos).
Es gibt Linienbusse, die jedoch nicht auf allen Linien im (Halb-)Stundentakt verkehren. Fast alle großen Ortschaften sind aber erreichbar. Aktuelle Details findet man auf der Internetseite des öffentlichen Nahverkeh der Iel [2].
Die Bucht der Hauptstadt wird seit der Eroberung der Iel durch die Spanier als Hafen genutzt. Von Santa Cruz de La Palma werden divee Fährverbindungen zu den Nachbarieln und (wöchentlich) zum spanischen Festland, mit Zwischetopps auf Lanzarote, Gran Canaria und Teneriffa, angeboten. Auch der aufwendig ausgebaute Hafen an der Westküste in Puerto de Tazacorte ist seit Juni 2005 mit einer (wöchentlichen, nicht immer zuverlässig verkehrenden) Verbindung zur Iel Teneriffa über Santa Cruz de La Palma dem Fährverkehr angeschlossen worden.
Der ete Flughafen von La Palma bei Breña Alta nahm 1950 den Betrieb auf. Die Landepiste wurde 1970 stillgelegt, als der in der Küstenebene, südlich von Santa Cruz de La Palma, gelegene neue Flughafen fertig gestellt war. Seit 1987 ist er der sechste internationale Flughafen der Kanarischen Ieln. Er wird mehrmals wöchentlich von mehreren europäischen Chartergesellschaften angeflogen. Vom Flughafen Santa Cruz de La Palma bestehen Linienverbindungen zu den Nachbarieln und zur spanischen Hauptstadt Madrid, die durch die spanische Fluggesellschaft Iberia und die lokalen Gesellschaften Binter Canarias und Islas Airways bedient werden.
Sternwarten
Wegen des wolkenfreien Klimas und der Dunkelheit befinden sich in der Gipfelregion zahlreiche internationale Observatorien. Um die Astronomen bei ihrer Arbeit nicht zu stören gibt es deswegen auf der Iel auch ein Gesetz, das Leuchtreklame verbietet und festlegt, dass Lampen im Freien nur bestimmtes Licht nur nach unten abstrahlen dürfen. Die Aiedlung von Sternwarten wurde 1985 begonnen.
Im Juli 2007 wurde das weltweit größte Teleskop in 2400 Metern Höhe auf dem Roque de los Muchachos eingeweiht [3].
Essen und Trinken
Eine Auswahl der palmerischen, traditionellen Küche: (siehe auch: Kanarische Küche)