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Reiseziel Informationen zu: Kanaren


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Kanarische Inseln

Die Kanarischen Ieln (span.: Islas Canarias) sind eine geographisch zu Afrika, politisch aber zu Spanien gehörende Ielgruppe im Atlantik etwa 100 bis 500 Kilometer westlich des südlichen Marokko gelegen. Sie bilden eine der siebzehn Autonomen Gemeichaften Spanie.

Geographie

Die Kanarischen Ieln liegen im Atlantik in einer geographischen Region, die als Makaronesien bezeichnet wird. Dazu zählen auch die Kapverden, die Azoren, das Madeira-Archipel und die Ilhas Selvage. Zwischen rund 27° 38' und 29° 30' nördlicher Breite und 13° 22' und 18° 11' westlicher Länge befinden sich die Kanaren zwischen 1.028 und 1.483 Kilometer vom Mutterland Spanien (Kap Trafalgar) entfernt, auf gleicher Höhe mit beispielsweise der Sahara, Kuwait und Florida. Es gilt die Koordinierte Weltzeit UTC, mit Ausnahme der Sommerzeit, die UTC plus einer Stunde entspricht.

Die Kanaren bestehen aus sieben Hauptieln:

Die sechs Nebenieln sind:

Einige kleinere unbewohnte Felsieln sind Anaga, Salmor und Garachico. Der höchste Berg der Kanarischen Ieln ist der 3.718 Meter hohe Pico del Teide. Er liegt auf der Iel Teneriffa und ist gleichzeitig Spanie höchste Erhebung.

Geologisch sind die Ieln mit einem Alter von etwa 20,6 Millionen Jahren noch jung. Die östlichen Ieln Lanzarote, Fuerteventura und Lobos sind die ältesten. Auch La Gomera entstand schon vor etwa 12 Millionen Jahren. El Hierro und La Palma sind mit etwa 2 bis 3 Millionen Jahren die jüngsten Ieln des Archipels. Lanzarote und Fuerteventura haben als Ausnahme nahezu die gleiche geologische Geschichte durchlaufen. Jede andere Iel weist eine individuelle Entstehungsgeschichte auf.

Alle Ieln sind vulkanischen Uprungs. Vor etwa 36 Millionen Jahren begann mit eten unteeeischen Ausbrüchen die Anhäufung eruptiven Materials. Grund ist hier die Kontinentaldrift der beiden tektonischen Platten des Atlantiks und Afrikas in östlicher Richtung. Letztere bewegt sich mit 1,9 cm pro Jahr langsamer als die des Atlantiks. Beide tektonischen Platten schwimmen auf heißem Magma, der so genannte Hotspot-Vulkanismus, und reiben dabei aneinander. So ist die Erdkruste westlich des nordafrikanischen Kontinents relativ dünn und der Meeresgrund brüchig und itabil. Durch enormen Druck können Stauchungen und damit Risse in der Erdkruste entstehen. Hier kann Magma an die Oberfläche treten und sich anhäufen. Stauchungen der beiden Platten führen zur Anhebung von unteeeischen Gebirgen, deren Spitzen als Ieln an die Meeresoberfläche treten. Die Entstehung der Kanaren scheint also mit der Öffnung des Atlantiks in Verbindung zu stehen. Es wird angenommen, dass nur etwa fünf Prozent des kanarischen Gebirges aus dem Wasser ragen. Die vulkanischen Aktivitäten halten mit großen Ausbrüchen im 18. Jahrhundert auf Lanzarote und dem letzten Ausbruch auf La Palma 1971 bis in die heutige Zeit an.

Allgemein geht man von einer dreiphasigen Entstehungsgeschichte aus, welche mit Hilfe der Kalium-Argon-Datierung der Laven der Kanaren eindeutig belegt ist:

Die Ielgruppe der Kanaren befindet sich im Atlantischen Ozean am Ostrand des Kanarischen Becke, welches bis in 6.501 Meter Tiefe abfällt. Dieses Becken besteht aus dem kleineren Nordbecken und dem größeren Südbecken, welche durch die Kanarechwelle getrennt sind, an deren östlichem Ende sich die Kanaren erheben. Die Grenzen des gesamten Becke bilden im Norden die Azorechwelle, im Süden die Kapverdechwelle und im Westen der Nordatlantische Rücken.

Das mediterran-subtropische Klima der Kanaren ist aufgrund seiner Nähe zum nördlichen Wendekreis zwischen dem 27. und 29. Breitengrad das ganze Jahr über angenehm, was dem Archipel den Beinamen Ieln des ewigen Frühlings eingebracht hat. Der gleich bleibend kühle Kanaretrom, ein Teil des Golfstroms, gleicht die Temperaturen aus, und die Passatwinde halten die heißen Luftmassen aus der nahen Sahara meist fern. Eine Ausnahme bildet die mit Calima bezeichnete Wetterlage, die bei Ostwind trockene, warme Luft mit feinem Saharastaub auf die Ieln bringt. Grundsätzlich kann man zwischen einer Trockenzeit im Sommer und einer regenreicheren Zeit im Winter trennen. In den Küstenregionen liegen die Durchschnittstemperaturen im Sommer kaum höher als 25 °C, im Winter um 17 °C.

Hinzu kommt eine wesentliche Abhängigkeit des Klimas von der Topografie der Ieln. Der Nordostpassat hat dabei wesentlichen Einfluss auf die hohen westlichen Ieln, deren Nordosten durch starke Wolkenbildung an den Gebirgen deutlich feuchter und kühler ist als deren Süden. Da auf diesen Ieln die Höhenuntechiede im Vergleich zur Fläche sehr groß sind, gibt es deutlich zu differenzierende vertikale Klimazonen. Diese reichen von den trocken-heißen Küstenregionen über die feucht-kühle und deshalb oft bewaldete Zone, bis hin zu kühl-trockenen Zonen mit teilweisem Hochgebirgsklima. Wenig Einfluss hat der Passat auf die flachen östlichen Ieln Lanzarote und Fuerteventura, auf denen durchweg ein arides Klima hercht. Außerdem existieren auf allen Ieln in Bereichen tiefer Schluchten und hoher Felswände Mikroklimata mit großer Pflanzenvielfalt.

Auf den Kanaren konnte, aufgrund der abgeschiedenen Lage, eine autochthone (ortsbezogene) Flora entstehen. Diese als mediterran anzusehende Pflanzenwelt konnte auf den Kanaren überleben und spiegelt eine erdgeschichtlich vergangene Epoche wieder. Denn viele verwandte Arten existierten bereits im Mittelmeerraum, bevor sie im Tertiär durch Eiszeiten ausgestorben sind. In diesem Zusammenhang sind besonde die weltweit größten zusammenhängenden Lorbeerwälder (Laurisilva) auf den Ieln La Palma (Los Tilos) und La Gomera zu nennen. Ganz allgemein betrachtet bestehen heute zur nordafrikanischen und mediterranen Flora enge verwandtschaftliche Beziehungen. Auf dem Archipel ist die Pflanzenwelt stark von der Höhenlage, der Regenmenge und der Bodenbeschaffenheit abhängig. Sie ist daher von Iel zu Iel äußet untechiedlich. Die vulkanischen Böden sind sehr fruchtbar und bringen eine große Pflanzenvielfalt von igesamt rund 2.200 vechiedenen höheren Arten hervor. Viele wurden im Laufe der Zeit durch den Mechen eingeführt, die sogenannten Adventivpflanzen. Die uprünglich auf den Kanaren beheimateten Arten werden auf eine Anzahl von etwa 1270 geschätzt. Etwa 530 von diesen sind endemisch, einige sogar ielendemisch, das heißt, dass sie nur auf einer der Ieln vorkommen.

In höheren Lagen und in den nördlichen Regionen der höheren Ieln ist die Jahresregenmenge groß, da sich hier die Wolken des Nordostpassats abregnen können. Einige Pflanzen filtern sich die Feuchtigkeit aus den tief hängenden Wolken. Hier ist die Artenvielfalt der Kanaren am größten, die Landschaft grün und nicht selten dicht bewaldet.

In den südlicheren Regionen, sowie auf den flacheren Ieln Fuerteventura und Lanzarote, hercht ein heißes, trockenes Klima. Einige Pflanzen haben sich beispielsweise durch viele kleine Blätter gegen Feuchtigkeitsverlust daran angepasst. Andere Arten, wie die Sukkulenten, haben einen dickflüssigen Saft, die Wolfsmilch, entwickelt, und können Feuchtigkeit speichern. Andere Arten verholzen.

Natürlich setzt sich die Artenbildung bis heute fort. Das wird einmal durch die adaptive Radiation beschrieben, die besagt, dass manchmal auf natürliche Weise veränderte Pflanzen in einer Population auftreten, sogenannte genetische Mutationen, die sich an andere Bedingungen anpassen können, und sich dabei andere Leberäume echließen können als es ihre Ahnen tun. Mit Vikarianz wird ein weiterer Schritt beschrieben. Der besagt, dass eine bestehende Population durch Erdrutsche oder Vulkanausbrüche, die auf den Kanaren nicht selten sind, getrennt wird. Eine Trennung kann auch durch die Verteilung von Samen durch Wind oder Vögel auf andere Ieln geschehen. Obwohl diese räumlich getrennten Populationen den gleichen klimatischen und geologischen Bedingen ausgesetzt sein können, werden sich wahcheinlich eigetändige Arten entwickeln, da kein Genaustausch mehr zwischen ihnen stattfindet.

Die Tierwelt wird auf den Kanaren hauptsächlich von Reptilien und Vögeln bestimmt.

Bei den Reptilien trifft man am häufigsten auf die Kleine Kanareneidechse (Gallotia caesaris) mit einer Länge bis zu 35 cm. Eine Besonderheit auf El Hierro ist die unter Natuchutz stehende Population der größten Echsenart des Archipels, der Gallotia simonyi machadori (spanisch: Lagarto gigante) mit einer Länge von bis zu 75 cm. Sie ist eine Unterart der größten urzeitlichen Eidechsenart Gallotia simonyi simonyi des Archipels, welche ausgestorben ist. Des Weiteren lebt auf der Ielgruppe der Kanaren-Skink und der Kanaren-Gecko. Schlangen hingegen existieren auf den Ieln nicht. Das größte Reptil der Kanaren ist die in Küstennähe lebende Meeresschildkröte (Caretta). Überhaupt ist die Meeresfauna artenreich. Erwähnewert sind unter anderem einige Rochenarten, Engelshaie, Schwertfische, große Thunfische, Brassen, Papageifische, Zacken- und Ziegenbache, Flügelbutts und Pollacks. Zudem konnten bisher 28 Wal- und Delfinarten im Archipel nachgewiesen werden.

Die größte Vielfalt präsentieren jedoch die Vögel, von denen es viele endemische Arten gibt. Dazu zählen der Kanarische Buntspecht und die Kanarische Waldohreule, sowie endemische Arten des Rotkehlche und des Blaufinken. Zur weiteren Vogelwelt des Archipels zählen unter anderem Amseln, Zaunkönige, Stieglitze, Finken, Meisen, Kolkraben, divee Krähenarten wie beispielsweise die palmerische Graja, Falken, Schleiereulen, Wachteln, Rebhühner, Sturmtaucher und natürlich unzählige Möwen. Als Symbol der Kanarischen Vogelwelt gilt der Kanarienvogel (Serinus canarius). Der vom Aussterben bedrohte Fischadler ist manchmal an steilen Küsten auszumachen. Außerdem werden die Ieln von vielen Zugvögeln aufgesucht.

Mit mehreren tausend Arten ist die Iektenwelt vertreten. Dazu gehören zahlreiche Schmetterlinge mit endemischen Arten. Häufig anzutreffen sind Libellen. Auch Heuschrecken sind häufig. Lästig werden konnten aus Afrika kommende gefräßige Heuschreckechwärme bis in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Heute werden diese schon draußen auf dem Meer mit Iektiziden so traktiert, dass es diese Bedrohung praktisch nicht mehr gibt.

Igesamt gibt es auf dem Archipel 142 Natuchutzgebiete, die sich auf 301.304 Hektar ausdehnen. Darunter sind 11 Naturparks mit einer Gesamtfläche von 111.022 Hektar, sowie 131 vechiedene Naturreservate, Naturdenkmäler, Landschaftsschutzgebiete, Orte von wissechaftlichem Interesse und Ländliche Parks. Ebenfalls dazugehörig, haben die Kanaren in ihrer autonomen Gemeichaft die meisten Nationalparks in Spanien, vier von igesamt 13, mit einer Gesamtfläche von 32.681 Hektar[1]:

Die wichtigsten Städte auf den Kanarischen Ieln sind (mit Angabe der Einwohnerzahl vom 1. Januar 2005)[2]:

Bevölkerung

Die Bevölkerung der Kanarischen Ieln ist im vergangenen Jahrhundert stetig angestiegen. Der Trend vetärkt sich weiter, so dass laut INE im Mai 2006 die 2-Millionen-Einwohner-Marke übechritten worden ist. Das resultiert hauptsächlich durch Einwanderungen, angeführt von Deutschen (35.574 offiziell gemeldet) und Briten (33.705 offiziell gemeldet)[3](Stand 2007). Einen Großteil machen ältere Mechen aus, die ihren Wohitz im Ruhestand auf die Ieln verlagern. Verlässliche Angaben über die Anzahl dieser Peonengruppe gibt es laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht.

Quelle: Kanarisches Ititut für Statistik ISTAC[4]

Bis i 15. Jahrhundert war der Archipel von den Guanchen bewohnt. Durch die spanische Eroberung wurde zwar deren Kultur nahezu vernichtet, jedoch vermischten sich viele dieser Ureinwohner mit den neuen Siedlern, einige bekamen sogar Ländereien zurück. Deshalb hat noch heute eine nicht gerade geringe, aber dennoch nicht zu beziffernde Anzahl der Einheimischen guanchische Vorfahren. Den größten Teil der heutigen Bevölkerung bilden Spanier. Der Ausländeranteil auf den Kanaren liegt bei 12,3 Prozent (Stand: 2007)[5], wobei zehn Gemeinden bereits bei über 30 Prozent liegen.

Quelle: Kanarisches Ititut für Statistik ISTAC (Stand: 1. Januar 2005)[6]

Über 90 Prozent der Kanarischen Bevölkerung sind römisch-katholisch.

Sitz des Bischofs ist der Bischofspalast (Palacio Episcopal) am Plaza de Santa Ana, gegenüber der fünfschiffigen Kathedrale Santa Ana im historischen Stadtteil Vegueta in Las Palmas de Gran Canaria. Den Grundstein der Kathedrale legte man bereits im Jahre 1497. 1570 wurde sie etmals bezogen. Da sich der Bau der Kathedrale über Jahrhunderte hinzog, sind hier et gotische Stile nach Plänen von Diego Aloo de Montaude, später barocke und zuletzt neoklassizistische Stile eingeflossen. In einem Seitechiff der Kathedrale befindet sich ein Diözesanmuseum (Museo Diocesano de Arte Sacro), welches unter anderem ein Porträt des Bischofs Codina Augerolas aus dem 19. Jahrhundert beherbergt.

Die offizielle Landessprache auf den Kanarischen Ieln ist heute Spanisch. Der kanarische Dialekt des Spanischen zeichnet sich durch lateinamerikanische Einflüsse (vgl. grapa statt pinza für Wäscheklammer, Begriffe wie guagua, das Eetzen der 2. Peon plural durch die 3. Peon plural und das fast vollständige Weglassen des Buchstaben s in der Aussprache) oder eigene Wortbedeutungen wie bei graja aus.

Vor der spanischen Eroberung im 15. Jahrhundert wurde von den Guanchen das Guanche gesprochen. Es existierte auch eine Schrift. Durch die Ausrottung derer Kultur sind nur noch wenige Sprachstücke überliefert, aber manchmal noch gebräuchlich.

Geschichte

Die Meerenge von Gibraltar, die auch wegen ihrer starken Strömungen gefürchtet war, bildete in der Antike die Grenze der gut bekannten Welt. Trotzdem gab es bereits in der griechischen Mythologie Berichte beispielsweise über Herakles, der weiter hinausfuhr, um seine Aufträge zu erfüllen. Er beschaffte für die Göttin Athene die Uterblichkeit bringenden Äpfel der Hesperiden durch den Riesen Atlas, dem Herakles solange das Himmelsgewölbe abnahm. Ebeo wurde im Atlantik das Heim der Gorgo Medusa verortet, der Peeus das Haupt abschlug, wobei er sich mit einer Tarnkappe gegen ihren veteinernden Blick wappnete.

Ete historisch glaubhafte Berichte über Fahrten durch die Straße von Gibraltar i Äußere Meer, gemeint ist der Atlantik, stammen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. von den karthagischen Seefahrern Hanno und Himilkon, von der Küstenbeschreibung (Periplus) des Pseudo-Skylax sowie bei Herodot über den Griechen Pytheas. Herodot berichtet in seinen Historien allerdings, dass die Phönizier schon um etwa 600 v. Chr. im Auftrag des ägyptischen Pharaos Necho II. von Ost nach West um Afrika segelten.

Die Römer erwähnten die Kanarischen Ieln etmals ausdrücklich durch Pomponius Mela und Plinius Major; sie nannten sie Ieln der Glückseligen (Fortunatae iulae). Plinius Major bezieht sich dabei auf Beschreibungen des mauretanischen Königs Juba II., der von einer der Ieln große Hunde (lateinisch: Canis) bezog, so dass man hier den Uprung des Name Canaria vermutet.

Plinius Major untecheidet klar die vergleichsweise gut bekannten Fortunatae iulae von den Gorgonen-Ieln (Gorgaden, d. h. Kapverden, gegenüber dem als Hesperu Ceras bezeichneten Cap Vert in Senegal) und von den Hesperiden. Die Hesperiden liegen gegenüber dem Vulkan Theon Ochema (Götterwagen), den Hanno besucht hatte. Der Vulkan wird meist mit dem Kamerunberg identifiziert und liegt fast genau südlich von Karthago. Nördlich der Kanaren liegen nach Plinius Major die Ieln Atlantis (Madeira) und die Purpur-Ieln - wahcheinlich die ganze Madeira-Gruppe. Nach dem Geographen Sebosius Statius soll die Reise zu den Hesperiden 40 Schiffstage gedauert haben und die Iel Junonia (Lanzarote) 750 Meilen von Cádiz entfernt gewesen sein.

Die Lage und die Namen der einzelnen Kanarischen Ieln lassen sich - soweit bei Plinius Maior noch doppeldeutig - aus dem vollständig erhaltenen Werk von Claudius Ptolemäus eindeutig ableiten, trotz zum Teil starker Verzerrungen und nachweisbaren Fehlern.

Die uprüngliche Bevölkerung der Guanchen dürfte sprachlich zum Berberischen als Teilfamilie der Afroasiatischen Makro-Sprachfamilie gehört haben, auch heute noch vermischt mit den späteren spanischsprachigen Einwohnern auf den Ieln. Vom Guanche selbst sind allerdings nur noch einige wenige Worte überliefert.

Anzunehmen ist, dass späteste seit der ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. erfolgenden Besiedlung der westmarokkanischen Küste durch phönizische (punische) Seefahrer, diese auch auf die Kanarischen Ieln aufmerksam wurden. Archäologische Funde bestätigen die Anwesenheit von Puniern und Römern auf den Kanaren.

Kurz nach der römischen Zetörung Karthagos im Jahre 146 v. Chr. befuhr im Auftrage des Siege Scipio Aemilianus Polybios die westafrikanische Küste, wahcheinlich etwa bis auf Höhe von Kap Juby, welches etwa auf den Breiten der Kanaren auf dem afrikanischen Festland liegt. Polybios stellte dort keine große Handelstätigkeit der Karthager mehr fest. Auch aufgrund des alternativen Traahara-Handels über Land geriet so im Westen ein Großteil der westafrikanischen Küste, und der vorgelagerten Ieln südlich der Grenze der Provinz Mauretania Tingitana knapp südlich von Essaouira, in Vergessenheit. So blieb die steinzeitliche Kultur der Guanchen bis zur spanischen Eroberung Anfang des 15. Jahrhunderts erhalten.

Archäologische Funde legen nahe, dass auf dem Archipel höchste seit dreitausend Jahren Mechen leben. Radiokohletoffdatierungen (C14) haben bisher bei Funden auf Teneriffa etwa das Jahr 800 v. Chr. ergeben. Wesentlich ältere Hinweise auf Lanzarote sind noch unklar. Der genaue Zeitpunkt und das Warum und Wie der Besiedlung liegen immer noch weitgehend im Dunkeln. Die zurzeit beste Quelle in deutscher Sprache zur Vorgeschichte der Kanarischen Ieln ist die Zeitschrift Almogaren des Ititutum Canarium in Wien. Eine immer noch aktuelle Zusammenfassung der zahlreichen Vermutungen um die Besiedlung der Ieln ist zu finden in: Ha Biedermann. Die Spur der Altkanarier. Burgfried-Verlag, Hallein, 1983.

Der Uprung der kanarischen Urbevölkerung ist zwar schon vor vielen Jahren auf Nordafrika und die Sahara eingeschränkt worden, vollkommen geklärt ist er trotzdem nicht, denn das in Betracht stehende Gebiet umfasst beinahe den halben Kontinent mit zahlreichen vechiedenen Ethnien. Ein eter Veuch der Eingrenzung startete die ältere Anthropologie. Eine für diesen Veuch bekannte Anthropologin war Prof. Ilse Schwidetzky, die in den 1950er Jahren auf den Ieln sehr umfangreiche Knochenmessungen an Skelettresten der Ureinwohner durchführte. Anhand von Vergleichen mit anderen Knochenfunden veuchten Anthropologen den zu vermutenden nordafrikanischen Uprung der Urbevölkerung festzustellen, was aber nur bis zu einem ungenauen Punkt möglich war[7].

Vor wenigen Jahren konnte mit Hilfe der modernen Gentechnik festgestellt werden, dass noch etwa 40 Prozent der heutigen einheimischen Bevölkerung, meist über die weibliche Line, mit der Urbevölkerung verwandt ist. Ob aber eventuell afrikanische Ethnien der nächste Uprung der Guanchen sind, lässt sich noch nicht nachweisen. Es stünden jetzt Vergleiche mit der genetischen Ausstattung nordafrikanischer Bevölkerungen an. Am Besten wären Vergleiche mit zeitgleichen historischen Genmaterial aus archäologischen Funden, die aber nicht zu Verfügung stehen.

Auf keiner der Kanarischen Ieln sind irgendwelche Erzvorkommen bekannt. Die Ureinwohner der Ieln waren demnach dazu verurteilt, in einer Zwangs-Steinzeit zu leben. Doch trotz ihrer steinzeitlichen Kultur besaßen die Guanchen auf jeder Iel eine Schrift. Eine ete Veröffentlichung über sie aber kam et 1870 von El Hierro[8]. Umfangreiche Fochung nach dem Uprung dieser Schrift führte bis heute zu keinem eindeutigen Ergebnis, außer dass es sich um die Tifinagh-Schrift handelt, die heute nur noch von den Tuareg benutzt wird, in früheren Zeiten aber über ganz Nordafrika und in der Sahara verbreitet war[9].

Um 1312 besuchte der Genuese Lancelotto Malocello die Iel Lanzarote und blieb dort bis etwa 1330. Er erreichte, dass die von ihm entdeckte und in Besitz genommene Iel auf der Weltkarte des Angelino Dulcert als Iula de Lanzarotus Marocelus eingezeichnet wurde. Seither trägt Lanzarote seinen Namen. Über diese zwei Jahrzehnte des Lancelotto Malocello auf Lanzarote ist wenig bekannt, wahcheinlich betrieb er nur einen befestigten Handelsposten. Es besteht sogar die Annahme, dass ein anderer Lanzarotto Maroxello schon um 1230 die Ieln erreicht hatte[10]. Weitere mögliche Besucher der Ieln können die Schiffe der Brüder Vivaldi aus Genua gewesen sein (1290), über deren weiteres Schicksal aber nichts bekannt ist. Nachdem die beiden Galeeren die Meerenge von Gibraltar durchfahren hatten, vechwanden sie spurlos auf dem Atlantik. Außerdem besteht der nicht direkt belegbare Verdacht geheimer Sklavenjagden auf den Ieln durch mallorquinische Sklavenhändler[11]. Et eine portugiesische Expedition im Jahre 1341, über deren Verlauf man gut informiert ist, lieferte konkrete Nachrichten über die Ieln. Der auf Latein verfasste Bericht des Steuerman Niccoloso da Recco ist erhalten, er ist das ete korrekte historische Dokument über einen europäischen Besuch auf den Kanaren.

Die Gesellschaftsstrukturen müssen bei diesen mehr oder weniger sporadischen Besuchen zumindest intakt geblieben sein, was sich später unter Jean de Béthencourt änderte[12]. Zuvor jedoch fand eine faszinierende Episode der Kirchengeschichte statt: es gibt eine Päpstliche Bulle von Papst Cleme VI. vom 7. November 1351, welche zur Gründung des eten Episkopates in Telde auf Gran Canaria führte, um gewaltlos Einheimische zum Christentum zu bekehren. Die tragenden Kräfte dieser eten Missionierung der christlichen Kirche waren fromme Händlerkreise von Mallorca, die en passant auch friedliche Handelskontakte mit den Ureinwohnern knüpfen wollten. Doch 1393 wurden die Ieln von einer sevillanischen Flotte überfallen, welche mit vielen Ielprodukten - und besonde Sklaven - in Spanien Gelüste nach dem Besitz des Archipels weckte. Auf Gran Canaria wurde dabei der Veuch der friedlichen Missionierung erfolgreich sabotiert. Die Ureinwohner von Gran Canaria konnten sich den Untechied zwischen den christlichen Missionaren auf ihrer Iel und den christlichen Sklavenjägern vor ihren Küsten nicht mehr erklären. Um 1392/93 scheinen alle die mit den Patres eingewanderten Siedler von Mallorca in einem Anfall kollektiven Zor echlagen worden zu sein, die Patres selber wurden in den leeren Vulkachlot von Sima Jinamar gestürzt, eine traditionelle Form der Todesstrafe in der Urgesellschaft Gran Canarias. Das Experiment der gewaltlosen christlichen Missionierung war gescheitert[13]. In der Chronik der späteren Eroberung, Le Canarien, zitiert ihr Autor Gadifer de la Salle aus dem (nicht erhaltenen) Abschiedsbrief der Missionare, der ihm bei einem Besuch auf Gran Canaria zugesteckt worden war[14].

Die endgültige Eroberung des Archipels, die damals südlichste Christianisierung, begann 1402 unter der Leheherchaft der kastilischen Könige durch den Normannen Jean de Béthencourt auf den Ieln Lanzarote, Fuerteventura und El Hierro. Gran Canaria konnte nur besucht werden, La Gomera wurde zwar auch betreten, konnte aber nicht unterworfen werden. Der Adelige, aber inzwischen verarmte Gadifer de la Salle, wurde Béthencourts Teilhaber und militärischer Experte. Über die gesamte Eroberung gibt es eine Art Kriegstagebuch, die Chronik Le Canarien, verfasst von Gadifer de la Salle peönlich, denn er war als Soldat und Literat bekannt. Der später von Jean de Béthencourt betrogene La Salle hatte mit dieser Schrift in Frankreich für seine Rechte an den Ieln werben wollen. Sie wurde allerdings um 1630 aus Prestigegründen von der Familie Béthencourt gefälscht veröffentlicht, das Original der Schrift tauchte et 1888 im British Museum auf.

Nach dem Tode des erbenlosen Béthencourts um 1425 zerfiel der Besitz aller Ieln in viele Stücke. Die Siedler der Eroberer und die überlebenden Ureinwohner von Lanzarote, Fuerteventura und El Hierro vermischten sich und bildeten eine ete kleine Kolonialgesellschaft. Auch die Kirche nahm ihre Missiotätigkeit wieder auf. 1441 war der andalusische Laienbruder des Franziskanerorde Didakus, spanisch San Diego de Alcalá, auf die Ieln gereist und gründete als Missionar das Kloster Fortaventure auf Fuerteventura. Etwa um 1448 errangen die Familien de las Casas - Peraza aus Sevilla wieder alle Rechte über die Ieln. Daraufhin begann eine Zeit der Ausbeutung und Sklavenjagd auch auf den noch nicht eroberten Ieln und dem nahen Afrika. Gegen diese rücksichtslosen Feudalherren fand 1477 auf Lanzarote ein Aufstand statt, was letztendlich zur Auflösung der eten kleinen Kolonialgesellschaften führte. Die Mechen von Lanzarote und Fuerteventura flohen nach Gran Canaria, das gerade erobert wurde, oder sogar bis nach Sevilla. Die Ieln wurden durch berberische Sklaven neu bevölkert, die die Feudalherren an der afrikanischen Küste jagten.

Hernán Peraza erbte 1478 als despotischer Hercher La Gomera, dass eher friedlich durchdrungen worden war. Peraza wurde 1488 von Einheimischen wegen seiner penetranten Veuche, sie als Sklaven zu verkaufen, echlagen. Die vom Feudalherren von Gran Canaria, Pedro de Vera, auf Bitten der Witwe Beatriz de Bobadilla von dort aus gestartete Strafexpedition war von einer solchen Unverhältnismäßigkeit, selbst für die damalige Zeit, dass sie zu zornigen Protesten des Bischofs der Kanarischen Ieln, Juan de Frias, am kastilischen Hof von Isabel der Katholischen führten, dem die junge gomerische Gemeinde quasi unter der Kanzel weg als Sklaven verkauft worden war (was der eigentliche pekuniäre Hintergrund der Strafexpedition gewesen war). Die unangenehme Affäre löste eine innenpolitische Krise im gerade sich koolidierenden Spanischen Königreich aus, und wahcheinlich die ete Diskussion über die Rechte der Fremden, d.h. die Mechenrechte. [15].

Bei dem Aufstand von 1477 nutzten die Katholischen Könige Ferdinand II. von Aragonien und Isabella I. von Kastilien des damals zusammenwachsenden Spanie die Gelegenheit, die Rechte auch auf den noch zu erobernden Ieln La Palma, Gran Canaria und Teneriffa den bisherigen Feudalherren gegen eine Entschädigung abzunehmen. Es war eine dringende Maßnahme, denn Portugal, unter der Leitung von Heinrich dem Seefahrer, machte starke militärische und diplomatische Atrengungen, die Ieln unter seine Herchaft zu bringen. Die Feudalherrn waren zu schwach, sich gegen diese kombinierte Umarmungsstrategie zur Wehr zu setzen. Die übrigen atlantischen Archipele Azoren, Kapverden und Madeira, die ebeo wie die Kanaren westlich von Afrika liegen, waren de facto längst entdeckt und für den portugiesischen Thron in Besitz genommen worden. Isabella I. erlangte 1479 mit dem Vertrag von Alcaçovas die komplette Zugehörigkeit aller Kanarischen Ieln zu Kastilien, aber es war ihren Schiffen vertraglich unteagt, weiter nach Süden auf dem Atlantik vorzudringen. Dies hing damit zusammen, dass Portugal in der Navigation und Entdeckerrolle allgemein, als auch in der Eroberung der Gebiete in Afrika und Asien, die absolute Vormachtstellung innehatte, denn Portugal strebte seit geraumer Zeit die Entdeckung des Seeweges nach Indien an, was unter Führung Vasco da Gamas 1498 schließlich gelang. In letztgenanntem Vertrag handelten Alfo V. und Isabella I. die Einflusssphären im Atlantik aus. Isabella erkannte die portugiesische Hegemonie an, dafür überließ Portugal Spanien endgültig die Kanaren (zur weiteren Aufteilung portugiesischer und spanischer Interessengebiete siehe Vertrag von Tordesillas, 1494).

Darauf begann die spanische Politik auf die wirtschaftlichen Möglichkeiten, hauptsächlich dem Zuckerrohranbau, der noch freien Kanarischen Ieln (Gran Canaria, Teneriffa, La Palma) aufmerksam zu werden. Schon im Juni 1478, vor Abschluss des Vertrages von Alcaçovas 1479, kam Feldhauptmann Juan Rejón im Auftrag der Katholischen Könige nach Gran Canaria, gründete Las Palmas und begann die Eroberung der Iel, die allerdings et 1483 von Pedro de Vera abgeschlossen werden konnte. Aloo Fernández de Lugo, der schon auf Gran Canaria mitgekämpft hatte, unterwarf La Palma bis 1493 und beendete die Conquista 1496 schließlich mit der dritten größeren Schlacht auf Teneriffa, der Schlacht von La Victoria de Acentejo. Das bedeutete die endgültige Unterwerfung Teneriffas und damit der letzten aller Kanarischen Ieln. Seit diesen Eroberungszügen gehören die Ieln endgültig zu Spanien und stellten eine Art Miniaturmodell für die spätere Eroberung Amerikas dar.

Die Kultur der Ureinwohner, heute allgemein Guanchen genannt, wurde im 15. Jahrhundert teils unterdrückt, teils löste sie sich überraschend schnell auf, denn die meisten Überlebenden, beispielsweise auf Teneriffa, ein überaus neugieriges und intelligentes Volk, nahmen die herrlichen Neuerungen der für sie modernen Zivilisation nach dem Friedechluss bewundernd an. Nur wenige Unbeugsame leisteten noch Jahrzehnte Widetand in den abgelegenen Tälern der weitgehend leeren Iel, so dass heute nur noch wenig von der alten Kultur und Sprache überliefert ist, was auch auf die enormen Verluste im Verlauf der Jahrhunderte durch Brände, Plünderungen und Entsorgung in den Ielarchiven zurückzuführen ist. Zu ihren Überbleibseln gehören in Stein gemeißelte, schriftähnliche Zeichen, Tänze, Speisen und wenige Reste ihrer alten Sprache, dem Guanche[16]. Obwohl viele Guanchen in den drei großen Schlachten der Eroberung Teneriffas (La Matanza de Acentejo und La Laguna 1494, La Victoria de Acentejo 1495) getötet worden waren, und viele an eingeschleppten Krankheiten starben, stellten sie immer noch den größten Teil der Bevölkerung Teneriffas, mit der Fernández de Lugo die neue Kolonie für die Spanischen Könige aufbauen sollte. Er musste sich also recht diplomatisch verhalten, denn es ging um viel Geld. Der arbeitsinteive Zuckerrohranbau und die Zuckerhetellung boomten, willige Arbeitskräfte waren gefragt. Die meisten Überlebenden, vielfach Frauen, vermischten sich teilweise durch Heirat mit den eingewanderten Spaniern, zumeist Männer. So entwickelte sich auf Teneriffa, teils auch auf Gran Canaria, eine neue, stabilere, multikulturelle Kolonialgesellschaft. Schon nach kurzer Zeit erhielten einige Guancheippen eigene Rechte. Anderen Sippen, die keinen Widetand gegen die Eroberung geleistet hatten, wurden gar Ländereien gegeben. Die spanische Krone verbot 1537 den Sklavenhandel. Später stellte ein Dekret von Papst Paul III. den Sklavenhandel unter Strafe.

Christoph Kolumbus machte auf der Iel La Gomera seine letzte Zwischetation, bevor er am 6. September 1492 zu seiner Reise nach Indien aufbrach, aber Amerika erreichte. Die kleine Flotte von Kolumbus hielt sich zuvor fast vier Wochen zwischen den Ieln Gran Canaria und La Gomera auf, wobei sie technische und logistische Untetützung von den Ieln erhielt. Die Karavelle La Pinta hatte einen schweren Rudechaden und leckte. Kolumbus ließ auch ihre Takelung ändern, unklar ob auch die Takelung der Karavelle La Niña. Diese Reparaturen wurden auf Gran Canaria durchgeführt, wahcheinlich in der Bucht von Gando, wo heute der Flughafen Gran Canaria liegt. Merkwürdigerweise wird der Aufenthalt der kleinen Flotte des Kolumbus in der eichlägigen älteren und neueren Literatur weitgehend übergangen, obwohl es offeichtlich ist, dass ohne die Stützpunkte auf den Kanarischen Ieln Amerika außerhalb der Reichweite der damaligen Schiffstechnik lag. Die Schiffe waren noch zu klein und zu langsam, um die entsprechenden Mengen an Proviant und Wasser für sehr lange Reisen aufnehmen zu können, zudem eine übergroße Besatzung an Bord war, weil Tag und Nacht gesegelt wurde. Man kann also annehmen, dass die Fahrt von Palos de Moguer zu den Kanarischen Ieln eher eine Testfahrt zur Erprobung der Schiffe und zum Trainieren der Manchaft war. Die eigentliche Reise zu den Indias ging et von La Gomera los, wie schon Fernando Kolumbus, Sohn Christoph Kolumbus' und eter Biograph seines Vate, anmerkte.[17]

Auf seiner zweiten Reise steuerte Christoph Kolumbus El Hierro an. Nachdem er frischen Proviant und dann auch gütigen Wind hatte, startete seine Flotte von 17 Schiffen nach 19 Tagen auf der Iel, am 3. Oktober 1493, von der Bahía de Naos aus in die Neue Welt.

Der Kanarische Archipel mit einigen großen Seehäfen stellte für etwa 300 Jahre das wichtigste Bindeglied auf den bedeutenden Handelsrouten für Segelschiffe zwischen Europa und Amerika dar. Das machte sie von Anfang an für Piraten interessant. Schon 1553 gelang es dem französischen Koaren François LeClerc Santa Cruz de La Palma auszuplündern. Eine riesige holländische Flotte kreuzte 1599 vor Gran Canaria auf. Unter dem Kommando des Admirals Pieter van der Does gelang es den Holländern zwar an Land zu kommen und Las Palmas einzunehmen, scheiterten aber unter vielen Verlusten bei einem Veuch i Innere der Iel vorzudringen an der listigen Verteidigungsstrategie der kanarischen Verteidiger. Ein Überfall auf La Gomera endete ebenfalls in einem verlustreichen Desaster. Im Laufe der Jahrhunderte wurden auf einigen Ieln Festungen zum Schutz gegen Piraten errichtet, wie das Castillo de San Gabriel bei Arrecife auf Lanzarote. Hier ereignete sich 1618 der letzte schwere Überfall algerischer Piraten, bei dem viele Einheimische aus der Cueva de los Verdes vechleppt und als Sklaven verkauft wurden. Auch England veuchte mehrfach die Ieln einzunehmen, da es nahezu die Herchaft über die Weltmeere errungen hatte. Aber vor den Kanarischen Ieln hatte es kein Kriegsglück. Sir Francis Drake wurde 1585 und noch einmal 1595 vor Las Palmas erfolgreich abgewehrt. Ein Angriff des Admiral Blake auf Teneriffa schlug 1657 fehl. 1797 bedrohte Admiral Horatio Nelson mit sieben großen Kriegsschiffen Santa Cruz de Tenerife und wollte mit etwa 700 Mann per Handstreich zunächst das zentrale Fort der Stadt stürmen. Der Plan gründete sich auf die Unwahcheinlichkeit, gerade die stärkste, zentrale Stellung des Hafe anzugreifen, aber die Verteidiger hatten ihn trotzdem erahnt. Die daraufhin umpostierte Hafenartillerie veenkte eines seiner größeren Landungsschiffe und viele der Landungsboote. Die vollkommen durchnässte und fast munitiolose Truppe, die es trotzdem an Land geschafft hatte, wurde von den kanarischen Milizen mitten in Santa Cruz eingeschlossen, so dass der schwer verwundete Nelson aufgeben musste, denn bei dieser Eroberungsaktion hatte er nicht nur 226 seiner Leute verloren, die bei der verunglückten Landung ertranken oder echossen worden waren, sondern auch seinen rechten Arm, als er an der Spitze seiner Soldaten die kleine Mole von Santa Cruz entern wollte. Die Splitter einer betenden Kanonenkugel trennten ihm fast den rechten Unterarm ab. Nur mit sehr viel Glück schaffte es sein Boot wieder zurück zu den Schiffen, wo der zerfetzte Arm amputiert wurde, von einem französischen Arzt mit einer einfachen Säge auf einem Kajütentisch. Die gefangenen überlebenden Engländer schickte General Antonio Gutierrez, der Nelso Angriffsplan erraten hatte, mit einer noblen Geste zurück. Heute erinnert die mächtige alte Bronzekanone El Tigre im Militärmuseum von Santa Cruz, die dem Glauben nach den entscheidenden Schuss abgefeuert haben soll, der Nelson den Arm kostete, an seine einzige Kapitulation[18].

Zur Zeit der spanischen Eroberung, die fast ein Jahrhundert (1402 bis 1496) andauerte, war die Einwanderung im Verhältnis zur Urbevölkerung relativ groß, obwohl man davon ausgeht, dass am Ende nur wenige Siedler geblieben sind. Man vermutet nur etwa 300 Familien jeweils auf Gran Canaria und Teneriffa, die sich mit den Ureinwohnern vermischten. Um 1600 wurden 500 Sklaven auf die Ieln verkauft, wobei es sich allerdings um Nachkommen nach Sevilla verkaufter Sklaven handelte, also Guanchen. Im Grunde kann man die Kanaren zu dieser Zeit als unterbesiedelt bezeichnen, da Amerika attraktiver schien.

Die Auswanderung von den Kanarischen Ieln nach Amerika war im Verlauf der langen Geschichte der spanischen Kolonien in Amerika zeitweise verboten oder gefördert, mal illegal, mal legal. Aber über 500 Jahre, bis in die fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, lief die Auswanderung immer weiter. Für bestimmte Gegenden Lateinamerikas war die kanarische Auswanderung entscheidend für ihre Besiedlung. Die wichtigsten Ziele waren in Lateinamerika an eter Stelle Venezuela, Kuba und Hispaniola, weniger Uruguay und der Norden Mexikos. Gründe waren die Angriffe der Koaren und Piraten auf die Ieln, der Zusammenbruch der jeweiligen Monokulturen (Zuckerrohr, Wein, Cochenille), Hunger durch lange Dürreperioden und folgechwere Vulkanausbrüche, wie 1706 die Zetörung des wichtigsten Hafe Garachico auf Teneriffa und von 1730 bis 1736 umfangreiche Ausbrüche auf Lanzarote. Doch ibesondere die fortschreitende Konzentration auf wenige Familien der innerkanarischen Besitzverhältnisse trieb die wachsende Bevölkerung der Kanarischen Ieln in die Emigration. Noch im 18. Jahrhundert wanderte ein Teil der kanarischen Bevölkerung nach Louisiana aus. In Amerika (und heute noch auf Kuba) wurden sie Isleños genannt. Eine letzte große illegale Auswanderungswelle, hauptsächlich in Richtung Venezuela, fand zwischen 1936 und 1945 statt, in der Zeit während und ibesondere nach dem Spanischen Bürgerkrieg. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Emigration legalisiert, so dass in wenigen Jahren die enorme Anzahl von etwa 100.000 Mechen (von etwa 700.000) die Ieln in Richtung Venezuela verließen. Venezuela wird auf den Kanaren deshalb häufig als Die achte Iel bezeichnet. Viele dieser Auswanderer, oder ihre Kinder bzw. Enkel, sind mittlerweile zurückgekehrt, oder veuchen die Rückkehr. Durch den jahrhundertelangen Austausch zwischen den Kanariern auf beiden Seiten des Atlantiks sind viele Elemente der südamerikanischen Kultur und des Sprachgebrauches auf den Ieln heimisch geworden, das kanarische Spanisch hat seine Spuren in Lateinamerika hinterlassen. So haben sich heute zahlreiche Elemente, besonde des karibischen Spanisch, mit dem Spanisch der Ieln vermischt.

Die Ieln werden in den letzten Jahren vermehrt von Flüchtlingen aus Afrika unter sehr schwierigen Bedingungen, nämlich der Überquerung des Kanaretroms als Teil des Golfstroms, mit kleinen Booten angesteuert. Bisheriges Rekordjahr war 2002 mit 9.929 Flüchtlingen, 2005 waren es noch nach Angaben des spanischen Innenministeriums noch 4.751. 2006 gab es einen Atieg auf etwa 31.000 Migranten, wobei im September etmals auch asiatische Flüchtlinge aufgegriffen wurden. Dieser enorme Aufwärtstrend setzte sich mit etwa 4.500 Einwanderern im eten Halbjahr 2007 nicht fort. Die trotzdem hohe Zahl wird mit der vetärkten Bewachung der Straße von Gibraltar und der Ausstellung von Aufenthalts- und Arbeitserlaubnissen für illegale Einwanderer seite der spanischen Regierung in der Vergangenheit in Verbindung gebracht. Von denen, die im Jahre 2006 die Kanaren erreicht haben, konnten nur knapp 10 Prozent in ihre Heimat zurückgebracht werden. Gründe sind das Schweigen der Flüchtlinge zu ihrer Herkunft, sowie noch nicht existierende Rückführungsabkommen mit den afrikanischen Ländern. Im November 2006 fand etmals die EU-Afrika-Konferenz für Migration und Entwicklung statt, die sich ebenfalls mit dem Problem der illegalen Einwanderung beschäftigte. Der Eiatz der Frontex soll nach Verdoppelung der EU-Gelder ab 2008 permanenten Charakter bekommen. Die Grenzkontrollzmission veucht, mit Hilfe vechiedener europäischer Patrouillenboote, untetützt von Aufklärungsflugzeugen, das Ablegen von Flüchtlingsbooten an der afrikanischen, ibesondere der senegalesischen Küste, von der etwa die Hälfte aller Flüchtlingstraporte starten, zu verhindern. Es gibt eine Schätzung der Guardia Civil, dass zwischen dem 1. Januar 2006 und dem 21. August 2007 mindeste 1.260 Bootsflüchtlinge bei der Überfahrt von Afrika auf die Kanaren ums Leben gekommen seien[19]. Andere vermuten eine mehrfach höhere Opferzahl.

1812 hatte das spanische Parlament in Cadiz verfassungsmäßig eine neue Verwaltungsebene eingerichtet, demzufolge entstanden die eten Stadt- bzw. Gemeindeverwaltungen (Ayuntamientos) auch auf den Kanaren.

Wirtschaftliche Probleme, hervorgerufen durch die Rückkehr des absolutistischen Königs Ferdinand VII. im Jahr 1814, der die zuvor fortschreitende Liberalisierung der Wirtschaft und die neue verfassungsrechtliche Ordnung von 1812 in Spanien umwarf, veranlassten Königin Isabella II. die Kanarischen Ieln 1852 zur Freihandelszone zu erklären. Die gewährten Zollvorteile führten wieder zu einer Belebung der kanarischen Wirtschaft.

1821 erklärte man die Kanaren zu einer Spanischen Provinz mit der Hauptstadt Santa Cruz de Tenerife, welche sich allerdings mit Las Palmas de Gran Canaria um diesen Titel stritt. Daraus resultierte von 1840 bis 1873 eine Teilung der Ielgruppe in eine westliche und eine östliche Zone. Der Politiker und Führer der Kanarischen Liberalen Partei (Partido Liberal Canario) mit Sitz auf Gran Canaria, Fernando Léon y Castillo, setzte sich mehr und mehr für die Vormachtstellung seines Gebietes ein. Das sieht man heute als Auslöser für die endgültige Teilung des Archipels an. Am 11. Juli 1912 wurde das Gesetz der Ielräte (Ley de Cabildos) verabschiedet, in dem verfassungsmäßig die Ieln von ihren eigenen Ielregierungen (Cabildos) verwaltet werden sollten. Trotzdem hielt der Streit an, so dass am 21. September 1927 die beiden Provinzen Las Palmas und Santa Cruz de Tenerife ausgerufen wurden.

1931 entstand in Spanien die Zweite Republik nach demokratischen Gesichtspunkten, die aber die Konflikte im Lande nicht lösen konnte. Die Republik wurde durch das Franco-Regime gewaltsam aufgelöst. Nachdem 1936 Francisco Franco seines Amtes als Oberbefehlshaber der Armee enthoben wurde, ernannte man ihn zum Militärkommandeur (Kapitängeneral) auf den Kanarischen Ieln und in Spanisch-Marokko. Als nach der Ermordung des koervativen Politike José Calvo Sotelo große Teile der rechtsgerichteten und faschistischen spanischen Armee gegen die Regierung revoltierten, und Franco nach dem Übeetzen von Gran Canaria aus den Oberbefehl über die Truppen in Spanisch-Marokko am 19. Juli 1936 übernahm, begann der Spanische Bürgerkrieg (1936 - 1939).

1964 bildet sich in Algier, Algerien, eine Unabhängigkeitsbewegung mit Namen Movimiento por la Autodeterminación e Independencia del Archipiélago Canario (MPAIAC) (Bewegung für die Selbstbestimmung und Unabhängigkeit der Kanaren), deren Generalsekretär Antonio de León Cubillo Ferreira eine Republik der Guanchen, der früheren Bevölkerung, atrebte. Man wollte sich in eter Linie vom Franco-Regime abspalten. Nach dem Ende der Militärherchaft des Generals Francisco Franco, unter der auch die eigetändige Kultur der Kanaren unterdrückt und vernachlässigt wurde, entwickelte sich Spanien ab 1975 rasch zu einer pluralistischen Demokratie. In diesem Rahmen bildeten sich auch einige kanarische Regionalparteien. Diese plädierten beispielsweise für eine Unabhängigkeit oder eine politische Hinwendung zu den Staaten Nordafrikas. Damit waren diese Parteien aber kaum mehrheitsfähig.

Die Ieln bilden zusammen seit 16. August 1982 eine der siebzehn Autonomen Gemeichaften (span.: comunidades autónomas) Spanie mit der Hauptstadt Las Palmas de Gran Canaria. Etmals in der Geschichte der Ieln konnte man am 30. Mai 1983 Peonen in eine eigene politische Ititution frei wählen. Seitdem ist der 30. Mai hier ein gesetzlicher Feiertag.

Als Spanien 1986 der Europäischen Union beitrat, verweigerten dies die Kanaren aus Furcht vor wirtschaftlichen Einbrüchen. Et nachdem die Kanaren 1991 einer Vollmitgliedschaft zustimmten, traten sie 1992 endgültig in die EU ein. Seitdem gilt auf den Ieln das Recht der Europäischen Gemeichaft, wobei in einigen Bereichen vorteilhaftere Sondervochriften gelten, die der großen Entfernung zum übrigen Territorium der EU Rechnung tragen und die Nachteile der Iellage ausgleichen sollen. Ebeo gehört die Ielgruppe zum europäischen Zollgebiet, wobei sie in einigen Bereichen von Sonderbedingungen profitieren und eine Reihe von Hilfsprogrammen und Subventionen erhalten. Als Währung löste der Euro am 1. Januar 2002 die Peseta ab.

Regierung und Verwaltung

Die Autonome Gemeichaft der Kanaren besteht aus zwei Provinzen:

Die lokalen Verwaltungsbehörden sind die eigenen Cabildos Iulares jeder der sieben Ieln, deren Zusammechluss heißt Mancomunidad de Cabildos. Die Cabildos Iulares sind wiederum in Gemeinden mit je einem Rathaus (ayuntamiento) unterteilt. Eine Legislaturperiode dauert vier Jahre. siehe auch: Liste der Gemeinden auf den Kanarischen Ieln

Präsident der Kanarischen Ieln ist seit 2007 Paulino Rivero Baute von der regionalen Partei Coalición Canaria (CC). José Manuel Soria vom Koalitiopartner PP ist Vizepräsident der Regionalregierung. Wegen der Sitzmehrheit der Koalition gegenüber der Mehrheitspartei Sozialistische Arbeiterpartei Spanie schied deren Kandidat Juan Fernando López Aguilar aus. Die Autonome Gemeichaft der Kanarischen Ieln zählt derzeit 60 Abgeordnete. Nach den letzten Wahlen vom 27. Mai 2007 ergibt sich bei einer Wahlbeteiligung von 63,76 Prozent folgende Sitzverteilung[20]:

Wirtschaft

Das kanarische Bruttosozialprodukt ist zu 78 Prozent vom Dietleistungssektor abhängig. Hier macht sich hauptsächlich der Tourismus bemerkbar, denn die Kanaren werden jährlich von über zehn Millionen Touristen besucht. Im Jahr 2006 wurden 12,6 Milliarden Euro in der Tourismusbranche umgesetzt, das bedeutet 3,5 Prozent Mehreinnahmen im Vergleich zum Vorjahr.

Aber auch der Handel ist nicht unbedeutend. Der größte Anteil der Exporte geht in die Europäische Union. In letzter Zeit stiegen auch die Exporte nach Westafrika und Asien. Der Beitrag der Landwirtschaft von 2 Prozent zum Bruttosozialprodukt wird vom Bananenanbau angeführt. Die Kanaren besitzen die größten Anbauplantagen Europas, dennoch sind die Ausfuhren rückläufig und beziehen sich fast ausschließlich auf Spanien (ca. 300.000 Tonnen im Jahre 2005)[21]. Weitere nennewerte landwirtschaftliche Erzeugnisse sind Tomaten (203.525 Tonnen; 2004)[22], Gurken (17.700 Tonnen; 2004)[23], Blumen und Pflanzen (5.748 Tonnen; 2004)[24], Kartoffeln und Wein. Auf einer Gesamtanbaufläche von 51.192 Hektar auf den Kanaren beträgt die Gesamtproduktion 1.047.267 Tonnen im Jahre 2004[25].

Die Industrie konzentriert sich hauptsächlich auf die Energie- und Wasserwirtschaft, aber auch auf Lebemittel-, Tabak- und andere Leichtindustrien, die zusammen etwa 11 Prozent des kanarischen Bruttosozialproduktes ausmachen. Die Bauwirtschaft schlägt allein mit 9 Prozent zu Buche. Igesamt stieg die kanarische Wirtschaft 2005 um 3,09 Prozent.

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EU, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, erreichen die Kanarischen Ieln 2006 einen Index von 95 (EU-27:100).[26]

Laut Nationalem Statistikamt INE[27] beträgt das Brutto-Monatsgehalt eines Arbeitnehme auf den Kanaren im Jahr 2006 durchschnittlich 1.300 Euro, und ist damit das zweitniedrigste spanienweit. Hinzu kommt, dass ein kanarischer Arbeitnehmer mit durchschnittlich 146,1 Monatsstunden die drittlängste Arbeitszeit des Landes hat. 2005 hatte die Autonome Region Kanarische Ieln den zweithöchsten Atieg der Arbeitslosenquote Spanie. Entgegen diesen Trends verzeichnen die Kanaren jedoch nach Unteuchungen der katalanischen Caixa-Bank mit etwa 4,9 Prozent den höchsten Koumatieg des Landes, was ausschließlich auf das hohe Bevölkerungswachstum von über 2,9 Prozent in den letzten fünf Jahren zurückzuführen ist (Durchschnitt Spanien: 1,8 Prozent).

Seit Januar 2000 existiert die Sonderzone ZEC (Zona Especial Canaria), die zunächst bis 31. Dezember 2008 von der Europäischen Union genehmigt war, und im Januar 2007 von der EU bis i Jahr 2019 verlängert wurde. Diese von der spanischen Zentralregierung und der Regionalregierung gegründete, und dem spanischen Wirtschaftsministerium angegliederte Organisation, hat zur Aufgabe, die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Archipels zu fördern und zu erweitern, damit sie nicht nur von den vorherchenden Wirtschaftszweigen Tourismus und Bau abhängt. Deshalb gibt es sogenannte ZEC-Unternehmen, die sich zu bestimmten Investitionen und zur Schaffung von Arbeitsplätzen verpflichten, und somit beispielsweise von einem reduzierten Satz der spanischen Körpechaftssteuer von nur 4 Prozent profitieren können (normal in Spanien 30 Prozent). Auf den Ieln Gran Canaria und Teneriffa ist eine Mindestinvestition von 100.000 Euro und die Schaffung von fünf Arbeitsplätzen Voraussetzung, auf den anderen Ieln mit geringerer Wirtschaft sind es 50.000 Euro und drei Neueitellungen. Eine Hauptaufgabe der ZEC ist es, ausländisches Kapital auf die Kanaren zu holen. Bereits über 78 Prozent der Investitionen im Niedrigsteuergebiet stammen aus dem Ausland, davon über 13 Prozent aus Deutschland, was damit nach Spanien zum größten Investor unter den zugelassenen ZEC-Unternehmen wurde. Des Weiteren wird hier geregelt, dass die spanische Mehrwertsteuer auf den Ieln nicht gilt. Dafür wird die IGIC (Impuesto General Indirecto Canario), eine deutlich niedrigere Ielsteuer, erhoben. Hierbei handelt es sich um eine den Endverbraucher belastende indirekte Steuer, die der Mehrwertsteuer gleich kommt, mit einem reduzierten Steueatz von derzeit 5 Prozent.[28]

Der Archipel ist rund zwei Flugstunden von der iberischen Halbiel, und etwa vier Flugstunden von Zentraleuropa entfernt. Es gibt Direktflüge in die wichtigsten Städte Spanie, Europas und der Welt. Jede Iel besitzt inzwischen einen eigenen Flughafen, wobei die Flughäfen Teneriffa Süd und Gran Canaria zu den verkehreichsten Spanie zählen. Auch untereinander sind die Ieln durch zahlreiche Fluglinien miteinander verbunden. Diese werden hauptsächlich von der in Telde auf Gran Canaria aässigen kanarischen Fluggesellschaft Binter Canarias übernommen. Eine weitere, im Jahre 2001 gegründete, kanarische Fluggesellschaft ist Islas Airways.

Des Weiteren besitzen die Ieln Teneriffa und Gran Canaria jeweils einen der größten Seehäfen der Welt, gemessen an Ausdehnung, Schiffsaufkommen und Handelstätigkeit. Auch untereinander sind die Ieln wiederum mit zahlreichen Fähren verbunden.

Bereits von 1904 bis 1959 fuhr auf Teneriffa eine Straßenbahn. Seit März 2007 fährt als einzig schienengebundenes Verkehmittel der Kanaren wieder eine Straßenbahn, die Tranvia Tenerife zwischen der Hauptstadt Santa Cruz und der Univeitätsstadt La Laguna.

Kultur

Durch die ereignisreiche Vergangenheit des Archipels sind die Kulturgüter der Ieln das Ergebnis einer Kulturvermischung, geprägt durch Guanchen, Berbergruppen, europäische Kolonialherren und die Sitten und Gebräuche, die durch Handelsschifffahrt, hauptsächlich vom amerikanischen Kontinent, auf die Ieln gebracht wurden. Es gibt zahlreiche archäologische Fundstätten - etwa die Pyramiden von Güímar - von denen wertvolle Funde in ethnografischen und anthropologischen Museen zu sehen sind. Ein einmaliges Kulturgut ist die Pfeifsprache El Silbo, die die Ureinwohner der Kanaren entwickelten, und die heute wieder in Schulen auf La Gomera gelehrt wird.

An vielen Plätzen und Straßen kann man historische und kütlerische Monumente bewundern, deren Architektur, Bildhauerei und Malerei die kanarische Identität zum Ausdruck bringen. Hier sind ibesondere die Werke des Kütle und Natuchütze César Manrique von der Iel Lanzarote zu erwähnen. Das kulturelle Leben wird durch Ausstellungen, Theater- und Musikverataltungen von internationalem Rang bereichert. Traditionen drücken sich in Festen mit typischen Trachten und kanarischer Folklore in den einzelnen Dörfern aus, wobei das typische Saitenitrument der Kanaren, die Timple, eine unverzichtbare Rolle spielt. Religion und heidnische Riten der Ureinwohner vermischen sich. Erwähnewert ist der lateinamerikanisch angehauchte Karneval mit Samba-Rhythmen und vielen Farben, sowie die Tradition von Hahnenkämpfen und dem heute sehr populären Lucha Canaria, dem Kanarischen Ringkampf.

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