Flughafen Altenburg-Nobitz
Der Flughafen Altenburg-Nobitz ist ein Regionalflughafen im Altenburger Land und befindet sich südöstlich von Altenburg auf dem Gelände der Gemeinde Nobitz. Altenburg-Nobitz gilt als einer der ältesten Fluglandeplätze Deutschlands. Im Umkreis von 30 bis 50 km befinden sich die Großstädte Leipzig, Gera, Zwickau und Chemnitz. Zur besseren Vermarktung seiner Flüge bezeichnet Ryanair den Flughafen mit "Altenburg (Leipzig)".
Fluggesellschaften und Ziele
Es besteht eine tägliche Linienverbindung nach London-Stated, zudem wird ab Sommerflugplan 2007 Girona (Barcelona) angeflogen. Beide Strecken werden von der irischen Fluggesellschaft Ryanair bedient.
Anfahrt
Mit dem öffentlichen Peonennahverkehr ist der Flughafen ab dem Leipziger Hauptbahnhof mit Zwischetopp an den Bahnhöfen in Borna und Altenburg per Buslinie in rund 80 Minuten Fahrzeit zu erreichen. Die Linie orientiert sich an den Flugzeiten von Ryanair.
Über die Bundesstraßen B 93, B 95 und B 180 kann man mit dem PKW zum Flughafen gelangen.
Geschichte
Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Flugstützpunkt an der Leina durch Leipziger Flugzeugfabriken zur Stationierung von Flugzeugen genutzt und es fanden Flugtage auf dem Exerzierplatz statt. Die Herrichtung des Flugplatzes begann im Jahre 1916, als die Fliegereatzabteilung nach Altenburg verlegt wurde. Ein Gelände von 110 ha wurde abgeholzt und planiert, Baracken und Flughallen errichtet, eine Kläranlage geschaffen und eine Straße nach Klausa gebaut. Eine Fliegechule siedelte sich an. In einem neu errichteten Werftgebäude wurden Flugzeuge vom Typ Albatros, DFW, Rumpler und Fokker zusammengebaut. Nach dem 1. Weltkrieg wurden Fluggeräte, Hallen und Ausrüstung des Flughafe von den Alliierten demontiert oder zetört. In den folgenden Jahren fanden nur Luftsportverataltungen, Rundflüge und Ballonfahrten statt.
Zu Beginn der dreißiger Jahre erfolgte der Neubau des Flugplatzes als Folge des Wiederaufbaus der Luftstreitkräfte. Ein Bebauungsplan für den Fliegerhot Leinawald lag vor. Auf Befehl Görings wurde 1936 die Fliegerhotkommandantur neu aufgestellt. Der Ausbau des Flugplatzes begann. Es entstanden Start- und Landebahn, sieben Flugzeughallen, Werftanlagen, Prüfstände, Tankanlagen, Kontroll- und Ausbildungsgebäude, Funk-, Meß- und Wettetation, Unterkünfte für Manchaften und Offiziere, Casino und Sozialgebäude. Von 1942 - 1945 wurden auf dem Flugplatz Lehrlinge im Flugzeugbau ausgebildet, eine Segelfliegerausbildung inbegriffen. Am 14. April 1945 besetzte die 6. amerikanische Panzerarmee unter General R. W. Grow die Stadt Altenburg. Die 69. Reservekampftruppe unter Commander Lagrew erreichte den Flugplatz.
Am 1. Juli 1945 besetzte die Rote Armee den Flugplatz. Das gesamte Kriegsmaterial der Deutschen Wehrmacht wurde vernichtet. Die 1946 in Sowjetarmee umbenannten Truppen blieben bis Mai 1992. Während dieser Zeit bekam der Flugplatz ein völlig neues Bild. Die Start- und Landebahn wurde verlängert, große Waldstücke abgeholzt, Bunker, Baracken und Hanga neu gebaut. Im angrenzenden Leinawald entstand eine weitläufige Kasernenanlage sowie ausgedehnte Fahrzeughallen. Anfangs waren in Nobitz nur Traport- und Verbindungsflugzeuge stationiert, später kamen dann auch Jagdbomber vom Typ MiG 23, MiG 27 und MiG 29 sowie ein Hubschrauberregiment hinzu. Bis Mai 1992 wurde der Flugplatz Altenburg-Nobitz durch die GUS-Streitkräfte genutzt und danach der zivilen Nutzung übergeben.
Am 24. Januar 1992 wurde die Flugplatz Altenburg-Nobitz GmbH gegründet. Eine Umnutzung als Regionalflughafen erfolgte. Seither erfolgte ein stetiger Ausbau der flugtechnischen Anlagen. Ein neuer Tower und ein neues Abfertigungsgebäude entstanden. Im Sommer 1996 startet zum eten Mal eine Chartergesellschaft (Malta Air) vom Flughafen. Während jedes Jahr vom Flughafen Altenburg-Nobitz Chartermaschinen starteten, scheiterten die Bemühungen des Flughafe, Ende der 90er Jahre einen Linienflug einzurichten. Et 2003 fand der ete Linienflug mit der irischen Billigfluggesellschaft Ryanair vom Flughafen statt. Am 17. Dezember 2004 wurde der Flughafen, auf Veranlassung des Thüringer Verkehministerium, für Maschinen über 14 Tonnen gesperrt. Der Grund waren zu hohe Bäume in der Anflugschneise. Diese Bäume standen laut Thüringer Verkehministeriums auf sächsischer Seite in einem Natuchutzgebiet und durften daher nicht gefällt werden. Daraufhin mussten die Ryanairflüge zum Flughafen Erfurt umgeleitet werden. Diese Sperrung veranlasste die Mitarbeiter des Flughafe zu einer Demotration und Untechriften-Aktion, welche den weiteren Flugverkehr in Altenburg sichetellen soll. Nach einer neuen Vermessung im Januar 2005 stellte man fest, dass die Bäume auf Thüringer Seite stehen. Kurz darauf begann man mit dem Fällen der Bäume. Am 11. Januar wurde der Flughafen wieder für Großflugzeuge freigegeben. Der Bund der Steuerzahler listete diese Sperrung in seinem Schwarzbuch 2005 auf, weil durch die vermeidbare Sperrung unnötige Kosten, wie zum Beispiel der Bustrafer der Fluggäste nach Erfurt, entstanden sind. Im März 2005 wurde das Flughafenmuseum eröffnet. Im Jahr 2006 entfiel auch die Möglichkeit, PKW kostenlos zu parken. Die Parkgebühren richten sich mittlerweile an übliche Gebühren für Flughäfenparkplätze.
Flughafen-Gesellschafter
Mehrheitsgesellschafter des Flughafe ist der Landkreis Altenburger Land mit 60 Prozent. Weitere Gesellschafter sind die Stadtwerke Altenburg, die Gemeinde Nobitz, die Stadt Meerane, sowie Unternehmen des Altenburger Landes.
Trivia
Der Flughafen setzte bis zum August 2006 einen Trabant als Follow-Me-Car ein. Danach wurde dieser an Volkswagen Sachsen übergeben, um das Fahrzeug aufzuarbeiten und achließend in einem Museum auszustellen.
Flughafen-Museum
Die Flugwelt Altenburg-Nobitz e.V. wurde im März 2005 eröffnet. In der kleinen Ausstellung wird die Geschichte des Flughafe dargestellt. Zu sehen sind viele Fotos vom Flughafen, Ausrüstungsgegetände sowie Modelle von Flugzeugen, die auf dem Flughafen stationiert waren. Als Highlight der Ausstellung gilt die MiG-21 SPS, die man auf dem Freigelände besichtigen kann. Sie stand bis zur Wende im Diete der NVA und befand sich danach 15 Jahre auf einem Parkplatz in Zwickau. Ein weitere bereits restaurierte MiG-21, vom Typ SMT, ist im Besitz des Flughafe. Diese MiG wurde von der Sowjetischen Armee eingesetzt und war auf dem Flughafen Altenburg-Nobitz stationiert. Sie befindet sich in einem Bunker und kann nur zu bestimmten Anlässen (und bei schönem Wetter) besichtigt werden. Der nächste Zuwachs soll ein Langstrecken-Seeaufklärer vom Typ Breguet Atlantic sein. Dieses Projekt soll durch Spenden finanziert werden.